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„Sie ist wie eine Schwester“: Das sagt Asadik Adam über Ilka Jägersberger.

Patenschaft

Asadik gehört zur Familie

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Wenn Asadik Adam über Ilka Jägersberger spricht, sagt er immer wieder das Wort "Familie". Die Patin sei für ihn wie eine Schwester. Die Poingerin hilft dem jungen Eritreer bei allen möglichen Dingen, damit er sich schnell und gut im deutschen Alltag zurechtfindet.

Warum sie eine Patenschaft übernommen hat, erklärt Ilka Jägersberger aus Poing so: „Ich habe mich über so viele widerwärtige, rechtsgerichtete Kommentare im Internet zu Asylbewerbern aufgeregt, dass ich beschlossen habe, nicht nur darüber zu schimpfen, sondern selbst was für die Integration zu tun.“

Seit August 2015 ist die 36-jährige Rundfunk-Redakteurin Patin von Asadik Adam aus Eritrea. Der 22-Jährige ist vor der Diktatur in seinem Heimatland geflohen, bevor er zum Militär zwangsverpflichtet und eingesperrt worden wäre.

Seit November arbeitet Adam im Logistikzentrum des Modevertriebunternehmens Schustermann & Borenstein, das in Grub seine neue Zentrale eröffnet hat.

Etwa alle zwei Wochen treffen sie sich für gemeinsame Unternehmungen, erzählt Jägersberger. Auch ihr Mann ist Pate eines weiteren Asylbewerbers, gemeinsam wird alles mögliche gemacht – vom Arztbesuch bis hin zu Ausflügen und gemeinsamen Einkaufengehen. „Meistens haben wir Kontakt über WhatsApp“, berichtet Julia Jägersberger. Wenn Asadik Adam mal wieder Post von einer Behörde bekommen hat, macht er ein Foto von dem Brief, sendet es an seine Patin, die ihm dann antwortet, was genau drin steht und was er damit machen soll.

Als sie das erste Mal, abends, zu dem Haus in Poing ging, wo Adam und weitere Asylbewerber leben, „da hatte ich schon ein mulmiges Gefühl“, gibt die 36-Jährige zu. Schnell aber sei jegliche Angst dahin gewesen, weil: „Alle sind so gastfreundlich und so dankbar.“ Immer, wenn sie den Eritreer besuche, gebe es was zu essen und zu trinken.

Obwohl Ilka Jägersberger Vollzeit berufstätig ist, ist sie Patin geworden. Weil der Zeitaufwand gering sei bzw. sie ihn individuell gestalte. Meist trifft sie sich an Wochenenden mit Asadik Adam.

Als sie mit ihm einmal in der Bank war, weil er seine Geheimnummer vergessen hatte und eine neue bekam, habe sie wegschauen wollen, als er die neue PIN in den Geldautomaten tippte. „Er hat dann gesagt: ,Du brauchst nicht wegschauen, Du bist für mich wie eine Schwester. Du gehörst zu meiner Familie’.“

Nachdem Jägersberger dies erzählt hat, umarmt Adam sie und ihren zwölfjährigen Sohn Julian, der daneben sitzt, lächelt und sagt: „Familie".

Armin Rösl

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