Die Leichtathleten der LG Sempt (im Bild: Anna-Lena Obermaier), die zur SG Poing gehören, verlagern ihr Training von der Halle nach draußen. foto: archiv

Training läuft weiter - so gut es geht

Poing - Trotz der Sperrung der Realschulturnhalle als Notunterkunft für Asylbewerber geht der Sportbetrieb der Vereine so gut es geht weiter. Mit Einschränkungen.

Schon vor der Besprechung der Poinger Sportvereine mit der Gemeindeverwaltung am Dienstagabend haben die Vorstände des TSV und der Sportgemeinschaft (SG) Poing miteinander ein Konzept erarbeitet, um den Trainingsbetrieb so gut wie möglich aufrecht erhalten zu können. „Wir ziehen alle an einem Strang und rücken zusammen“, sagt SG-Vorsitzender Michael Frank. Er und TSV-Vorsitzender Robert Rieger sind einigermaßen zufrieden mit dem, was herausgekommen ist.

Am Dienstagabend trafen sich Vertreter jener Vereine, die bislang die Realschulturnhalle genutzt haben, mit der Gemeindeverwaltung, um über Ausweichmöglichkeiten zu sprechen. Die Dreifachhalle ist seit Montag gesperrt, weil sie als Notunterkunft für bis zu 180 Flüchtlinge dient (wir berichteten). Neben den beiden größten Vereinen, dem TSV und der SG, waren am Gespräch beteiligt der Skiclub Poing, der Tennisclub sowie das Familienzentrum. Der Skiclub beispielsweise habe eine Übungsstunde in einer anderen, noch freien Halle, der SG zur Verfügung gestellt, berichtet Vorsitzender Frank. Weiteres Beispiel der Bereitschaft, sich gegenseitig zu helfen: „Unsere Leichtathleten haben angekündigt, dass sie jetzt draußen trainieren werden.“ Die SG selbst habe versucht, innerhalb der Abteilungen umzuschichten und Stunden zusammenzulegen. Insbesondere im Kinder- und Jugendbereich, weshalb hier auch kein Training ausfallen müsse.

Im Erwachsenenbereich sei dies leider nicht möglich gewesen, bedauert Michael Frank. Beim Basket- und beim Handball werden für die Dauer der Sperrung der Realschulturnhalle Übungsstunden ausfallen. Insgesamt hat die SG Poing 40 Trainingsstunden pro Woche in der Realschule gebucht, so Frank.

Beim TSV Poing sind dies in etwa 35 Stunden, berichtet Vorsitzender Robert Rieger. Er hatte vergangene Woche dem Gemeinderat eine Erklärung und Forderungsliste seines Vereins vorgelegt (wir berichteten), die am Dienstagabend mit der Verwaltung diskutiert wurde. Laut dem TSV-Vorsitzenden sind so gut wie alle Anregungen erfüllt worden. Unter anderem werde die Trainingszeit unter der Woche in der Dreifachturnhalle im Sportzentrum von 22 auf 23 Uhr verlängert. Außerdem bekommt der Tennisclub nun Zeiten in der Mehrzweckhalle der Grundschule Karl-Sittler-Straße. Die werden frei, weil die Rock’n’Roller des TSV Anzing ihre bisherigen Trainingseinheiten in Poing in die neue Anzinger Sporthalle verlagern. „Hallenzeiten, die an Vereine der Nachbargemeinden vergeben wurden, müssen jetzt den eigenen Vereinen zu Gute kommen“, war eine der Forderungen des TSV-Vorsitzenden Robert Rieger.

Bürgermeister Albert Hingerl ist zufrieden. Nicht nur mit dem Ergebnis der Besprechung, sondern auch mit dem Agieren der betroffenen Vereinen. „Alle ziehen an einem Strang und verhalten sich vorbildlich.“ Froh sei er insbesondere darüber, dass sich die Vereine untereinander im Vorfeld abgestimmt haben.

Von Armin Rösl

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