Zwei Windräder schlagen Experten für Poing vor, damit die Gemeinde in Sachen Strom künftig unabhängiger ist. foto: dpa

Poing will ein prima Klima

Poing - Die Gemeinde Poing setzt sich das Ziel, bis zum Jahr 2030 unabhängig zu sein von fossilen und endlichen Energieträgern. Außerdem soll der Energieverbrauch um 60 Prozent reduziert werden.

Alle guten Vorsätze schön und gut, aber: "Ohne die Mitwirkung der Unternehmen ist die Energiewende in Poing nicht machbar." Das sagt Torsten Blaschke von der Regional- und Unternehmensberatung B.A.U.M. Consult aus München, das im Auftrag der Gemeinde Poing ein Konzept zur Energiewende erarbeitet hat. Erstellt wurde das 43 DinA 4-Seiten starke Werk in Zusammenarbeit mit dem Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden (Oberpfalz). Als Basis dient der derzeitige Energie-Verbrauch in Poing. Laut Blaschke fallen beim Stromverbrauch 63 Prozent auf die in Poing ansässigen Unternehmen, 36 Prozent auf private Haushalte und ein Prozent auf kommunale Gebäude. Ähnlich ist das Bild in Sachen Wärmeverbrauch: Industrie 71 Prozent, Haushalte 29 Prozent, kommunale Gebäude weniger als ein Prozent.

Bis zum Jahr 2030 soll der gesamte Energieverbrauch in der Gemeinde Poing um 60 Prozent verringert werden; die verbleibenden 40 Prozent sollen mit regenerativen und umweltfreundlichen Energieträgern ersetzt werden. So das Ziel, das der Gemeinderat unter dem Stichwort "Vision" in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

Die größten Potentiale sieht Torsten Blaschke in der Geothermie und der Windkraft. Das in Poing-Nord bereits bestehende Fernwärmenetz sollte seiner Ansicht nach auf Poing-Süd ausgedehnt werden. "Ob dieses Netz dann auch E.on betreibt, oder die Gemeinde Poing selbst, muss noch entschieden werden." Um Strom auf eigener Flur gewinnen zu können, schlägt Blaschke den Bau von zwei Windrädern vor, in der Nähe des Gruber Taxets, zwischen Grub und der A 94. "Zwei Anlagen mit jeweils drei Megawatt."

Um die Vision erfüllen zu können, müsste bis 2030 freilich auch einiges an Strom und Wärmeenergie eingespart werden. Hierfür, so Blaschke, müsse die Gemeinde Poing die privaten Haushalte und die Firmen ins Boot holen, sie über Einsparmöglichkeiten aufklären und sie motivieren, diese auch umzusetzen.

Wie dies genau aussehen kann und wird, damit beschäftigt sich der Energie- und Umweltbeirat der Gemeinde Poing, der vor Kurzem gegründet worden ist. Derzeit machen hier nach Auskunft der Gemeindeverwaltung etwa 20 Poinger Bürger mit.

Auch hat es schon eine erste Infoveranstaltung für die Firmen gegeben. Das Interesse allerdings war gering: von 30 eingeladenen Unternehmen nahmen lediglich sieben an dem Treffen teil.

von Armin Rösl

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