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Enttäuscht über die kurzfristige Absage ist Tina Quaiser (hier auf der „Poinger Hundewiese“) mit einem ihrer Mitarbeiter vom „Zirkus Kaiser“. Am Freitag hätten die Vorstellungen beginnen sollen – wegen Irritationen um den Standplatz klappt’s nicht.

Kurzfristige Absage

Zirkus um den Zirkus

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Aus dem für ab Freitag geplanten, einwöchigen Gastspiel des "Zirkus Kaiser" in Poing wird nichts. Wegen Irritationen bei der Verpachtung des vorgesehenen Grundstücks an der Bergfeldstraße mussten die Zirkusleute Dienstagmittag wieder abreisen.

Die Kaution und das Platzgeld für eine Wiese nördlich der Bergfeldstraße, nahe des Edeka-Marktes, war schon bezahlt. Seit Tagen hängen in Poing große Plakate, die vom Gastspiel des „Zirkus Kaiser“ künden. Als die Zirkusleute am gestrigen Dienstag mit dem Aufbau beginnen wollten, mussten sie unverrichteter Dinge wieder abreisen. Grund: Die Wiese ist im Eigentum der Arbeitsgemeinschaft der Bauträger und Investoren (ARGE) Am Bergfeld – die aber wusste laut Sprecher Helmut Sloim nichts von dem Zirkus. Der Landwirt, welchem die ARGE das Grundstück kostenlos und ausschließlich zur landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung gestellt hat, habe das Grundstück dem Zirkus verpachtet – ohne vorher die ARGE informiert zu haben. „Es handelt sich um ein Missverständnis“, sagt Thomas Schächtl, der für die ARGE die Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Als er und Sloim am gestrigen Dienstagmittag nach Poing-Nord gefahren sind, „waren wir überrascht“. Weil: Die Zirkusleute wollten auf der „Hundewiese“ ihr Zelt aufschlagen. Diese sei für einen derartigen Zweck aber nicht vorgesehen.

„Eigentlich hätten die Mitglieder der ARGE vorher über diesen oder einen anderen Standort, der ihr gehört, vorab entscheiden und genehmigen müssen“, erläutert Schächtl. Vorausgesetzt, sie hätten davon überhaupt gewusst. Weil der Zirkus bereits an diesem Freitag hätte starten wollen, sei in so kurzer Zeit eine Entscheidung und Genehmigung, unter Einbeziehung der Gemeinde Poing, nicht möglich gewesen. Deshalb die Absage.

Tina Quaiser, Sprecherin des „Zirkus Kaiser“, kann die Entscheidung der ARGE zwar nachvollziehen, enttäuscht ist sie dennoch. „Man hätte sich wenigstens bemühen können, einen anderen Standort zu finden“, sagt sie. Der Zirkus habe die kommenden zwei Wochen in Poing fest eingeplant – als Start in die Frühjahrssaison. Jetzt aber gibt es keine Einnahmen, die Kosten für Tiere und Angestellte aber laufen weiter, klagt Quaiser. Und: „Auf die Schnelle einen neuen Standort zu finden, ist nicht leicht.“

Bis gestern stand der „Zirkus Kaiser“ (insgesamt acht Artisten und Mitarbeiter) auf einem Grundstück in Dachau. Dort hatte man bereits mit dem Abbau begonnen, weil der Pachtvertrag zu Ende ging. „Vielleicht können wir dort noch ein, zwei Tage länger bleiben“, hofft Tina Quaiser. Generell werde in der Zirkusbranche „von Woche zu Woche geplant“.

Neben der Suche nach einem neuen Platz – in zwei Wochen erst hat der Zirkus seinen nächsten Auftritt, im Münchner Stadtteil Hasenbergl – muss Quaiser nun den Kindergärten, Schulen und Privatpersonen, die sich bereits für Vorstellungen angemeldet haben, absagen. „Das ist sehr schade.“

Der ARGE oder dem Landwirt die Schuld zuweisen, will Tina Quaiser nicht. „Das ist halt blöd gelaufen, und wir sind die Leidtragenden“, sagt sie. „Traurig ist nur, dass wir kurzfristig in Poing bei der Suche nach einem Alternativ-Standort nicht unterstützt worden sind.“ Vielleicht, fügt sie am Schluss hinzu, werde es irgendwann ja mal doch eine Möglichkeit geben, in Poing das Zirkuszelt aufzustellen.

Armin Rösl

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