Poing wundert sich über Pliening

Poing - Der Gemeinderat Poing bleibt dabei: Die von Pliening geplante Umgehungsstraße wird in den vorgelegten Trassenvarianten komplett abgelehnt aber nicht grundsätzlich.

Da musste so manches Poinger Gemeinderatsmitglied schmunzeln, als es den Plan sah, welchen die Gemeinde Pliening als Grundlage für die beabsichtige Umgehungsstraße Pliening und Landsham (Staatsstraße 2082) vorgelegt hatte. Es handelt sich um einen alten, nicht mehr wirksamen Flächennutzungsplan der Gemeinde Poing, in dem ein Teil der Neubaugebiete nicht eingezeichnet ist. „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass Pliening immer die alte Karte vorlegt“, wunderte sich SPD-Fraktionssprecher Peter Maier in der jüngsten Ratssitzung. CSU-Sprecher Ludwig Berger gab ihm Recht.

Weil die von Pliening eingezeichneten Trassenvarianten etwa 180 Meter an dem in den nächsten Jahren geplanten Wohnquartier W 8 vorbeiführe, werde Poing dieser Umgehung nicht zustimmen, lautete die einhellige Meinung und der Beschluss des Gemeinderates. SPD-Sprecher Maier formulierte es drastisch: „Die von Pliening vorgelegte Trassenführung ist inakzeptabel.“

Wegen des hohen Durchgangsverkehrs hatte Poings Nachbargemeinde schon vor vielen Jahren die Idee geboren, eine Ortsumfahrung für Pliening und Landsham zu bauen. Die soll, von Finsing kommend, nördlich an Pliening vorbeiführen und die Verbindungsstraße zwischen Pliening und Landsham kreuzen, um bei Grub in den Poinger Westring zu münden.

Gerade dies lehnt der Gemeinderat in Poing jedoch rigoros ab, weil er - neben dem zu erwartenden hohen Verkehrsaufkommen - eine enorme Lärmbelastung für die Anwohner des Neubaugebietes befürchtet.

Vielmehr empfehlen die Poinger Ratsmitglieder den Plieningern, für die Ortsumfahrung Trassenvarianten im Norden zu prüfen, statt sie südlich nach Poing zu führen. „Alle südlichen Trassenvarianten werden abgelehnt“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung und des Gemeinderates.

Verwundert zeigte sich Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) auch darüber, dass in den Plänen Plienings die fertiggestellte Flughafentangente Ost (FTO) nicht berücksichtigt ist. Außerdem sei die von Pliening beigelegte Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2008 aufgrund der Eröffnung der FTO überholt. „Hier wird dringend empfohlen, diese - auch auf Grundlage aktueller Verkehrszählungen - überarbeiten zu lassen. Die letzten Verkehrszählungen sind aus den Jahren 2003 bzw. 2005“, schreibt die Poinger Gemeindeverwaltung den Nachbarn.

Immerhin: „Grundsätzlich haben wir Verständnis für die Planungen zu einer Ortsumgehung“, sagte Bürgermeister Albert Hingerl in der öffentlichen Poinger Ratssitzung der vergangenen Woche. Die Notwendigkeit des Vorhabens für die Gemeinde Pliening werde seitens der Gemeinde Poing nicht angezweifelt.

von Armin Rösl

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