Eigenheim-Glück in Poing: Viele Münchner zieht’s aus dem Stadtkern in die Wachstumsgemeinde. foto: fotolia

Wohnraumstudie erklärt: Warum's die Münchner nach Poing zieht

Poing - Mietwohnungen oder Eigenheime sind in der Landeshauptstadt fast unerschwinglich geworden. Deshalb zieht es viele Münchner raus ins Umland, besonders nach Poing. Die Gründe:

49 Prozent derjenigen, die in den vergangenen Jahren nach Poing gezogen sind, wohnten zuvor in München, der Großteil davon im Stadtkern, innerhalb des Mittleren Rings. Das hat eine Umfrage im Neubaugebiet Zauberwinkel zur aktuellen Wohnraumstudie ergeben, die von der Technischen Universität (TU) München erstellt worden ist. Insgesamt wurden 1800 Wohnungsfinder in München und dem Umland befragt. Dabei konnte die TU einen Trend hin zum Osten Münchens, besonders nach Poing, feststellen.

In der Vermarktung der Neubaugebiete zielen die Gemeinde Poing und die Arbeitsgemeinschaft der Bauträger und Investoren (Arge) am Bergfeld seit Jahren besonders auf junge Familien ab. Das Durchschnittsalter in der 14.500 Einwohner-Gemeinde liegt unter 40 Jahren. Die Anfrage von Familien oder Paaren, die sich Kinder wünschen, sei groß, berichtet Arge-Sprecher Helmut Sloim. Das gelte auch für das nächste Neubaugebiet Seewinkel, in dem ab Sommer weiterer Wohnraum für 1400 Menschen geschaffen wird (ähnlich dem Zauberwinkel).

Allen Interessenten seien zwei Dinge wichtig, erläutert Sloim: "Ein ausreichendes Platzangebot im Eigenheim und die schnelle Erreichbarkeit der Münchner City durch den öffentlichen Nahverkehr." Im Durchschnitt vergrößern die Zuzügler ihren Wohnraum im Vergleich zur alten Wohnung um 40 Quadratmeter. Mit der S-Bahnlinie 2 ist man in 26 Minuten am Marienplatz. Darüber hinaus könne Poing mit einem guten und vielseitigen Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen punkten. Bürgermeister Albert Hingerl verweist auf die hohe Anzahl an Krippenplätzen, was eine 100-prozentige Bedarfsabdeckung ermögliche. Genau so wichtig sei der Bergfeldpark mit seinen vielen Spielplätzen, der sich durch Poing-Nord zieht, fügt Arge-Sprecher Sloim hinzu.

Im Pressegespräch zur Wohnraumstudie bezeichnet Hingerl Poing nicht mehr nur als Gemeinde, sondern als "Vorstadt" Münchens. Gleichwohl sei ihm bewusst, "dass wir mit Münchens City nicht konkurrieren wollen und auch nicht können". Dennoch tue die Gemeinde und der Gemeinderat alles dafür, dass sich die Menschen hier wohlfühlen. So solle der Marktplatz in der neuen Ortsmitte schon bald umgestaltet und attraktiver gemacht werden zu einem Platz, auf dem zusätzlich zum Wochenmarkt verschiedene Veranstaltungen stattfinden.

"Die Menschen achten sehr stark auf die Qualität des Standortes. Ihnen ist es wichtig, dass sie sich wohlfühlen", beschreibt Arge-Sprecher Helmut Sloim die Gemütslage vieler Eigenheim-Interessenten. "Dazu gehören auch die vielen Vereine, die es in Poing gibt." Entscheiden sie sich für den Standort, "dann geben sie im Durchschnitt etwa 20.000 Euro mehr aus, als sie ursprünglich geplant hatten".

Die Preisspanne für Eigenheime (abhängig von Größe und Ausstattung) im Neubaugebiet Zauberwinkel gibt Sloim wie folgt an: 320.000 bis 425.000 Euro für ein Reihenhaus, 480.000 bis 560.000 Euro für eine Doppelhaushälfte und 480.000 bis 630.000 Euro für ein freistehendes Haus.

von Armin Rösl

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