Nach Vorfällen mit betrunkenen Jugendlichen am Poinger Marktplatz wird derzeit generell über die Situation der Jugendlichen in der Gemeinde Poing diskutiert. Jugendliche wünschen sich einen Platz, an dem sie sich treffen können, ohne andere zu stören – die Gemeinderatsfraktion der SPD-Bürgerliste fordert einen Ordnungsdienst. symbolfoto: mzv-archiv

Poinger SPD fordert Ordnungsdienst

Poing - Nach dem Ärger mit betrunkenen Jugendlichen am Marktplatz in Poings neuer Ortsmitte hat sich die SPD-Gemeinderatsfraktion zu Wort gemeldet. Und ein 16-jähriger Jugendlicher.

Nach unserer Berichterstattung über die Polizeieinsätze vor zwei Wochen am Poinger Marktplatz bezieht ein 16-Jähriger aus Poing, dessen Name unserer Redaktion bekannt ist, der aber anonym bleiben möchte, deutlich Stellung: "Ich verstehe absolut den Unmut darüber, dass dort (am Marktplatz, die Red.) so viel Müll hinterlassen wird. Allerdings muss ich als jemand, der dort auch ab und zu dabei ist, sagen, dass die Polizei erstens nicht deswegen kommt, sondern wegen der Lautstärke et cetera, und zweitens, dass die Gemeinde Poing daran selbst Schuld hat. Es gibt in ganz Poing keinen Platz, an dem man sich in einer größeren Gruppe aufhalten kann und der einigermaßen zentral liegt. In dem Punkt hat die Gemeinde eindeutig versagt."

Nach Meinung des 16-Jährigen komme das Jugendzentrum als Treffpunkt nicht immer in Frage, weil: "Dort ist kein Alkohol erlaubt, was ja bei den abendlichen Treffen dazugehört. Und nein, man kann auch nicht zu einem der Leute nach Hause gehen. Oder was würden Sie sagen, wenn Ihr Kind auf einmal mit 40 anderen im Garten oder in der Wohnung steht?"

Letztendlich sei nur das Schnellrestaurant "Subway" im City Center II eine Alternative für Heranwachsende. "In Poing ist man im Endeffekt zur zum Wohnen. Ein Kino oder eine größere Bar wären schön."

Auch die Gemeinderatsfraktion der SPD-Bürgerliste hat sich zu Wort gemeldet. In einer öffentlichen Mitteilung (Überschrift: "Aggressive und betrunkene Jugendliche am Marktplatz - Schaffung eines Ordnungsdienstes erforderlich") schreiben die Fraktionssprecher Bärbel Kellendorfer-Schmid und Peter Maier, dass aufgrund der jüngsten Vorfälle "die sofortige Schaffung eines Ordnungsdienstes erforderlich ist". Weiter heißt es in Bezug auf die Vorkommnisse am Marktplatz und in der Vergangenheit auch im Bergfeldpark: "Kurzfristig kann die Situation nur durch offene Präsenz entspannt werden. Mittel- und langfristig ist aber eine Überprüfung und gegebenenfalls Weiterentwicklung unseres Jugendkonzeptes erforderlich." Daran sollten alle Betroffenen beteiligt werden, "die Jugendlichen, deren Eltern, das Jugendreferat und alle anderen Personen, die für Poings Jugend Verantwortung tragen", so die Sprecher der SPD-Bürgerliste.

In Bezug auf die Aussagen des 16-jährigen Jugendlichen gegenüber unserer Zeitung sind Bärbel Kellendorfer-Schmid und Peter Maier der Meinung: "Es kann nicht Aufgabe einer Kommune und damit der Allgemeinheit sein, für Jugendliche einen Platz ohne Grenzen und Regeln zu schaffen, an dem sie ihrem Alkoholgenuss frönen können."

Oberster Ziel aller künftiger Maßnahmen, so schließen die SPD-Fraktionssprecher ihre Mitteilung, "muss sein, sowohl das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger, als auch die objektive Sicherheit in diesen Bereichen zu verbessern". Auch von Jugendlichen in deren "Sturm- und Drangphase" müsse "ein Mindestmaß an Gemeinschaftssinn erwartet werden dürfen" so Kellendorfer-Schmid und Maier.

von Armin Rösl

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