34 Kinder von bedürftigen Poinger Familien bekommen Weihnachtsgeschenke von ihren Stammpaten. foto: kn

"Poinger helfen Poingern": Leise Hilfe im Hintergrund

Poing - Hohe Steuereinnahmen, besonders bei der Einkommenssteuer, weisen die Gemeinde Poing als wohlhabend aus mit gut verdienenden Bürgern. Doch das trifft nicht auf alle zu. Für Bedürftige gibt’s die Aktion "Poinger helfen Poingern".

Ungefähr 45 Stammkunden versorgen sich jede Woche bei der Poinger Tafel mit Lebensmittel. Es sind Menschen, die nachweislich an der unteren Sozialgrenze leben. Vor knapp zehn Jahren hat Christine Bloch die Tafel gegründet, im Laufe der Zeit ist die Anzahl der Klientel stetig gestiegen. In Gesprächen mit Tafelgängern bemerkte die 53-jährige Poingerin, dass manche noch mehr Hilfe nötig haben, zusätzlich zur sozialen Stütze. Eine finanzielle Unterstützung beispielsweise, damit eine alleinstehende, arbeitslose Mutter die Klassenfahrt ihres Kindes bezahlen kann. Oder die Zuzahlung für eine kieferorthopädische Behandlung. Außerdem stellte Christine Bloch fest, dass die Tafel-Gänger nicht nur Lebensmittel benötigen, sondern Alltagsprodukte wie Waschpulver oder Duschgel, die sie sich nicht leisten können.

Im Herbst 2008 hat Bloch die Aktion "Poinger helfen Poingern" ins Leben gerufen. Um das Projekt auf solide Füße zu stellen, wurde ein Vertrag mit der evangelischen Kirche geschlossen. Seitdem kann die Aktion, die sich ausschließlich durch Spendengelder und dem Verkauf von Flohmarktware auf dem Wochenmarkt finanziert, armen Poinger Bürgern helfen. Zum Beispiel der Mutter einer Schülerin, deren Nachhilfestunden bezahlt werden. Finanzielle Hilfe gibt’s auch beim Bezahlen von Klassenfahrten oder beim Kauf von Kleidungsstücken. "Selbstverständlich wird jeder Fall einzeln geprüft. Nur, wenn keine anderweitige Unterstützung ausreicht, helfen wir", sagt Christine Bloch. So wird denn auch kurzfristig eine längst fällige Stromrechnung übernommen, bevor einer Familie der Strom in der Wohnung abgestellt wird.

Zwei Mal im Jahr legt Bloch das Kassenbuch dem Kuratorium der Aktion "Poinger helfen Poingern" vor. Hier wird jeder einzelne Fall aufgelistet und besprochen - und es werden bei schwierigen Einzelfällen weitere Maßnahmen diskutiert. Auch, um Missbrauch auszuschließen. Bei hohen Geldsummen entscheidet das Kuratorium, ob dem Betroffenen das Geld tatsächlich zusteht. Kuratiorumsmitglieder sind neben Christine Bloch die beiden Pfarrer Michael Holzner (katholisch) und Michael Simonsen (evangelisch) sowie Bürgermeister Albert Hingerl und der Journalist Armin Rösl.

Jetzt, in der Adventszeit, ist wieder die Patenschaftsaktion angelaufen. 34 Kinder von sozial schwachen Familien erhalten ein Weihnachtsgeschenk im Wert von etwa 25 Euro. Die Aktion gibt es bereits seit Beginn von „Poinger helfen Poingern“, mittlerweile haben sich für jedes Kind „Stammpaten“ aus Poing, Pliening, Baldham und München gefunden. Die Kinder kennen ihre Paten nicht, die die Geschenke selbst verpacken und über Christine Bloch an die Familien weiterleiten. Besonders Kindern will „Poinger helfen Poingern“ ein einigermaßen normales Leben ermöglichen, damit sie sich nicht ausgegrenzt fühlen oder zum Beispiel von Mitschülern ausgegrenzt werden. Nicht nur an Weihnachten. Meist sind es lediglich kleine Beträge, die hier helfen. Wie zum Beispiel für die Teilnahme an der Klassenfahrt.

Spendenkonto „Poinger helfen Poingern", Kontonummer: 10010528, Bankleitzahl: 70051805, Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg

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