Schluss nach 40 Jahren: Ludwig Huber (li.) gibt die Organisation der Ramadama-Aktionen ab. foto: dul

Poings "Mister Ramadama" hört auf

Poing - Ludwig Huber hat in den vergangenen 40 Jahren zusammen mit Helfern alles Mögliche an Müll in der Gemeinde Poing gesammelt. Jetzt hat der 80-Jährige sein Engagement beim Ramadama beendet.

Es war Ludwig Huber, der vor genau 40 Jahren das erste Ramadama in Poing organisiert und zusammen mit Schulklassen durchgeführt hat. Die Flur-Säuberungsaktion hat er dann die darauf folgenden 40 Jahre verantwortet, ist vor dem Aktionstag durchs Gemeindegebiet gefahren um zu erkunden, wo das Aufräumen am nötigsten ist, hat die freiwilligen Helfer eingeteilt und auf den Weg geschickt. Heute ist Ludwig Huber, der lange Jahre Vorsitzender des Gartenbauvereins war, 80 Jahre alt und er hat entschieden, dass nun Schluss ist mit der Organisationsarbeit. Ganz aufhören aber kann und will er nicht: "Beim Ramadama gehe ich freilich weiterhin mit; aber nur noch als Teilnehmer", sagt er und fügt mit einem schelmischen Grinsen hinzu: "Die kostenfreie Brotzeit, welche von der Gemeinde für die Helfer spendiert wird, lasse ich mir doch nicht entgehen."

Zu Beginn haben bei der Ramadama-Aktion, die einmal im Jahr (im Frühjahr) stattfindet, neben Schulklassen noch Mitglieder und Freunde des Gartenbauvereins mitgemacht. Später wurde das Vereinskartell mit ins Boot geholt, seit 2004 dürfen alle Poinger Bürger mithelfen. Seitdem sind es stets etwa 100 Freiwillige, die einen Vormittag lang Müll sammeln, der auf Grünstreifen neben den Straßen liegt, oder auf Feldern und in Wäldern.

"Früher, bis in die 1980er-Jahre, hatten wir viel Abfall in der freien Natur gefunden, beispielsweise im Gruber Hölzl oder entlang des Moränenhügels zwischen Poing und Ottersberg", erzählt Huber. Dort sei eine Vielzahl alter Autobatterien gelegen, sowie kaputte Küchengeräte, Matratzen und Autoreifen. "Das ist heutzutage nicht mehr so, dank der Wertstoffsammlungen und des Wertstoffhofes."

Heute, sagt Poings "Mister Ramadama", sei es "viel Kleinzeug", das im Ort zu finden sei. Besonders in Poing-Nord, wo durch die Bautätigkeit häufig Abfälle von Baustellen und -firmen herumliegen. Ein Grund dafür: "Der Wind bläst aus offen gelassenen Bauschuttcontainern Plastik und Styropor durch die Gegend."

Wenn im kommenden Frühjahr die freiwilligen Ramadama-Helfer den Unrat aufsammeln, wird Ludwig Huber mit von der Partie sein - als einfacher Müllsammler. Die Organisation wird künftig die Abfallberatung der Gemeinde Poing übernehmen, teilt er mit.

Als Dank für sein jahrzehntelanges Engagement für ein sauberes Poing hat Bürgermeister Albert Hingerl den 80-Jährigen unter anderem mit einer Urkunde ausgezeichnet und einer kleinen, eigens für ihn angefertigten goldene Mülltonne.

von Armin Rösl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FDP: Bürgermeisterkandidat auf Platz 3
Mit zwölf Kandidatinnen und Kandidaten geht die FDP Poing in die Kommunalwahl 2020. Spitzenkandidat ist nicht der Bürgermeisterkandidat.
FDP: Bürgermeisterkandidat auf Platz 3
40 Jahre Anni-Pickert-Schule: Ein Hoch auf uns!
Mit einem Festakt und mehr hat die Anni-Pickert-Schule am Dienstag ihren 40. Geburtstag gefeiert. Eine ehemalige Schülerin ließ mit ihrer Rede ganz besonders aufhorchen. 
40 Jahre Anni-Pickert-Schule: Ein Hoch auf uns!
Feuerwerk-Diskussionen: Jetzt spricht ein Pyrotechniker
Die Diskussionen um Feuerwerke reißen im Zusammenhang mit der Klimawandel-Debatte nicht ab. Hier die Sicht eines Pyrotechnikers.
Feuerwerk-Diskussionen: Jetzt spricht ein Pyrotechniker
Anlieger sagen: Grafinger Ostumfahrung hat Mängel
Anlieger aus dem Grafinger Ortsteil Engerloh üben erneut Kritik an der Ostumfahrung. Diese sei baulich nicht korrekt ausgeführt worden.
Anlieger sagen: Grafinger Ostumfahrung hat Mängel

Kommentare