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Lärm oder „pastorale Notwendigkeit“? Poing-Nord bekommt bald viele Glocken – für die neue katholische Pfarrkirche und die evangelische Christuskirche. foto: archiv

Poings neue Kirchenglocken: DINGDONG oder dingdong?

Poing - Ist das Läuten einer Kirchenglocke Lärm oder eine "pastorale Notwendigkeit"? Mit dieser Frage musste sich der Gemeinderat von Poing beschäftigen. Schließlich bekommt die Kommune nicht nur eine neue Pfarrkirche, sondern einen Glockenturm dazu.

Eine schönere Formulierung einer Behörde gibt es kaum: "Das Glockengeläut ist mittels Lärmminderungseinrichtungen auf das zumutbare Maß in Richtung der maßgeblichen Immissionsorte zu beschränken." Dieser Satz stammt aus dem Landratsamt Ebersberg und bezieht sich auf das künftige Glockengeläut der neuen Pfarrkirche, die ab nächstem Jahr in Poing-Nord (beim Pfarrheim Rupert Mayer an der Gruber Straße) gebaut wird. Weil zu solch einem öffentlichen Vorhaben sämtliche Behörden im Vorfeld Stellung nehmen können, liegt der Gemeinde Poing ein zweiseitiges Schreiben des Landratsamtes zum Thema Glockenläuten und Lärm vor. Dessen Inhalt in einem Satz zusammengefasst: Das Glockenläuten soll die Nachbarn nicht all zu sehr stören, und: Der Pfarrer, der im neuen Pfarrhaus an der Gruber Straße wohnen wird, soll vom Straßenlärm nicht all zu viel abkriegen.

Einige Gemeinderatsmitglieder - egal, welcher Konfession - schüttelten über das Behördenschreiben schmunzelnd den Kopf. CSU-Fraktionssprecher Wolfgang Lang war sogar ein bisserl wütend: "Mich stört das Wort ,Lärm’ in Zusammenhang mit Glockengeläut. Das tut mir in der Seele weh."

Auch das Erzbischöfliche Ordinariat hat als Bauherr der neuen Kirche eine Stellungnahme verfasst. Das Wort "Lärm" kommt darin nicht vor. Stattdessen heißt es in dem Schreiben: "Ein Kirchturm hat eine wichtige pastorale Funktion, die beim Bau dieses Glockenträgers gewährleistet sein muss. Daher bitten wir Sie (gemeint ist die Gemeinde Poing, Anm. d. Red.), darauf hinzuweisen, dass von den Anwohnern dieses pastoral notwendige Glockenläuten hingenommen werden muss."

Der Gemeinderat hat beide Stellungnahmen hingenommen und dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, Art und Weise des Glockengeläuts nicht strikt festzusetzen. Allerdings solle das Läuten schon noch erträglich sein. Und: "Ein Zeitschlagen in der Nachtzeit (22 bis 6 Uhr) ist nicht zulässig." So soll es in den Bebauungsplanunterlagen stehen.

Das Kapitel "Glockengeläut" ist damit für den Gemeinderat nicht geschlossen: Wie berichtet, wird auch die evangelische Christuskirche, die sich etwa 100 Meter vom Standort der neuen Pfarrkirche befindet, nächstes Jahr einen Glockenturm samt Glocken bekommen.

von Armin Rösl

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