Hans Mühlfenzl, SPD-Stadtrat, leitete gestern Abend den Arbeitskreis.

SPD positioniert sich contra Ostumfahrung

Ebersberg - Nach den Grünen und den Freien Wählern, die sich bereits klar gegen eine Ostumfahrung Ebersbergs ausgesprochen hatten, hat jetzt auch die SPD in der Frage einer Nord-Südumgehung eine erste Positionierung vorgenommen. Auch sie ist gegen eine Lösung im Osten.

Stadtrat Hans Mühlfenzl sagte am Montagabend beim „offenen Arbeitskreis“ seiner Partei: „Eines können Sie mir glauben: Wir sind keine Verfechter einer Lösung im Osten“. Er selbst habe sich bereits vor zwei Jahren öffentlich gegen eine Umfahrung der Kreisstadt durch die Endmoränenlandschaft zwischen Langwied und Motzenberg ausgesprochen. „Das können Sie nachlesen.“

Mit dem offenen Arbeitskreis hat die SPD ins Schwarze getroffen. Ihr ging es darum, Meinungen in der Bevölkerung abzufragen – und die bekam sie reichlich. Der Gaststättenraum war übervoll, es wurde unter der Moderation von Mühlfenzl und SPD-Vorstandsmitglied Helmut Fink sachlich diskutiert, die Emotionen kochten nicht über.

Am Ende kristallisierten sich vor allen Dingen zwei Gesichtspunkte heraus, die den Bürgern auf den Nägeln brannten. Die meisten sprachen sich gegen die von Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) gewünschte Zeitschiene aus, noch in diesem Jahr eine Trassenwahl für die Nord-Südumfahrung zu treffen. Große Einigkeit herrschte vor allem aber darin, eine weiträumige Gesamtlösung des Verkehrsproblems anzustreben. Die acht Trassenvarianten, die das Rosenheimer Straßenbauamt Ende Januar vorgelegt habe, lasse nur die Wahl zwischen „Pest und Cholera zu“, meinte ein Bürger, der viel Applaus erhielt. „Eine gute Lösung ist besser als die erste“, meinte ein anderer mit Verweis auf das immer wieder vorgebrachte Argument, eine großräumige Variante sei zeitintensiver als eine kleinräumige um Ebersberg herum.

Schließlich sollte die SPD zwei Optionen als „Hausaufgabe“ für weitere Arbeitskreissitzungen auf den Weg mitnehmen. Gedanklich erarbeitet wurden diese von Helmut Platzer. Option eins: Heuer wird noch keine Entscheidung gefällt – auch auf die Gefahr hin, dass die Ebersberger Nord-Südumfahrung nicht in das nächste Straßenausbauprogramm des Freistaats aufgenommen wird. Dafür wird gegen Mautflüchtlinge vorgegangen und es werden bauliche Maßnahmen zur Entlastung der Menschen in der Innenstadt geprüft. Option zwei: Wenn heuer eine Entscheidung getroffen wird, dann soll man die Trasse nehmen, die einem auch im Hinblick auf großräumigere spätere Verkehrsprojekte die größte Flexibilität lässt – „und das sei eine Westumfahrung“, so Platzer.

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