Postenvermehrung: Landkreis kriegt wohl noch einen Koordinator

Ebersberg - Braucht der Landkreis einen bezahlten "Beauftragten für Schule und Wirtschaft"? Oder genügen bereits vorhandene Anstrengungen, die Berufsorientierung der Schüler zu gewährleisten? Die Meinungen darüber sind geteilt.

Kreishandwerksmeister Johann Schwaiger, der dem Vernehmen nach den neuen Posten übernehmen soll, hat ein ureigenes Interesse daran, Schüler in eine handwerkliche Ausbildung zu bringen. Schließlich brauchen seine Mitgliedsbetriebe Lehrlinge. Aber der Aufwand, den er dabei betreibe, müsse bezahlt werden, sagt er. "Es geht nicht mehr, dass das alles ehrenamtlich geleistet wird." Deshalb das neue Projekt.

Alexander Bär, Chef der Hauptschule Ebersberg, findet, dass das angedachte "Modellprojekt" ein "sinnvollen Anknüpfungspunkt" ist. Er hält es für notwendig, dass die Praktikumsangebote im Landkreis "koordiniert" werden. Schließlich sollen demnächst alle Schularten ihre Schüler verstärkt in Praktika schicken. Harald Parigger, Leiter des Grafinger Gymnasiums, verweist dagegen darauf, dass es auf Landesebene und auf regionaler Ebene bereits den Arbeitskreis "Schule/Wirtschaft" gebe, eine Initiative des "Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft" in dem auch die Arbeitgeberverbände mitwirkten. "Das funktioniert. Deshalb gibt es da vielleicht Überschneidungen", meint er zum neuen Modellprojekt vorsichtig.

Tätsächlich sind in dem Entwurf, für das das Regionalmanagement die Miturheberschaft reklamiert, Dinge enthalten, die es längst gratis gibt - wie etwa Listen von Betrieben, die Praktika anbieten. Die EZ machte die Probe aufs Exempel und fand auf Anhieb unter der Internetadresse www.sprungbrett-bayern.de Angebote aus der unmittelbaren Umgebung. Braucht der Landkreis also überhaupt einen neuen "Koordinator", so wie das Regionalmamangement auch einen eigens bestallten "Energiekoordinator" aus der Taufe gehoben hat?

Schwaiger verweist darauf, dass es immer noch 30 Prozent Ausbildungsabbrecher gebe. "Das liegt daran, dass sie vorher nicht ausreichend darüber informiert wurden, was sie im späteren Beruf erwartet." Hannes Weininger, in seiner Funktion als Wirtschaftsförderer im Landratsamt, sieht in dem neuen Koordinator einen "Coach", der die Jugendlichen auch während des Praktikums begleiten soll. Schwaiger ist sich sicher: "Das kann kein Lehrer und kein Sozialpädagoge."

Die Finanzierung des Projektes ist noch unklar. Klar ist laut Schwaiger, dass ein zunächst angedachtes Sponsorenmodell nicht mehr in Frage kommt. Wie Weininger bestätigte, prüft die Agentur für Arbeit derzeit eine Beteiligung in Höhe von 50 % der Kosten. Auch die Kreishandwerkerschaft und der Landkreis wollen Kosten übernehmen.

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