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Das Dach der Jahnsporthalle in Grafing ist undicht und muss dringend saniert werden. Das reißt ein Loch in den Grafinger Stadtsäckel. Die Arbeiten sollen bis Septenber abgeschlossen sein.

Problem mit der Dreifachturnhalle in Grafing

Vier Löcher und ein „Haushaltsloch“

Der Putzlumpen gehört in der Grafinger Dreifachturnhalle bei Heimspielen manchmal dazu wie die Tröte: Das Hallendach ist undicht, was sich immer wieder in Pfützen auf der Spielfläche bemerkbar machte, zum Beispiel als die Grafinger Volleyballer in der 2. Bundesliga gegen den den SSC Karlsruhe antreten mussten. Es drohen Folgeschäden, die Stadt muss jetzt handeln.

Grafing – Vorgesehen war eine Sanierungsmaßnahme zwar ohnehin, nur nicht so bald. Weil jetzt aber gleich gehandelt werden muss, gibt es keinen Posten im aktuellen Haushalt dafür. „Wir brauchen einen Nachtragshaushalt“, sagt deshalb Grafings Bürgermeister in Angelika Obermayr (Grüne).

Es ist Eile geboten. Aufgrund der Dringlichkeit hat der Bauausschuss außerplanmäßige Ausgaben in Höhe von etwa 140 000 Euro genehmigt. „Nachgeholfen“ haben in dieser Situation unbekannte Vandalen, die Stühle auf das Flachdach schleppten und sich draufsetzten. Auch ein Aschenbecher fand sich auf dem Dach. „Wenn man einen Stuhl auf die Dachhaut stellt, dann gibt es vier Löcher. Und das ist nicht nur einmal passiert“, ärgert sich Obermayr. Eine Anzeige gegen Unbekannt lief ins Leere, die Täter konnten bislang nicht ermittelt werden, bedauert die Bürgermeisterin. Jetzt muss für den Schaden die Allgemeinheit aufkommen.

Allerdings hat das Dach ohnehin langsam das Ende seines Funktionszyklus erreicht. Etwa 30 Jahre hat es gehalten, obwohl eben immer wieder Undichtigkeiten auftraten – eine Krankeit von Flachdächern. In der Zwischenzeit hat sich viel getan in der Tragwerkstechnik, vor allen Dingen nach dem schrecklichen Unglück in Bad Reichenhall, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen, als dort die Eissporthalle einstürzte. Das Grafinger Dach wurde mit einer Schneewaage versehen, eine Ampel im Inneren signalisiert den Besuchern die Belastung von oben.

Die Grafinger Bauverwaltung teilte auf Nachfrage der Ebersberger Zeitungmit, dass die Halle gemäß den damaligen gesetzlichen Vorgaben errichtet wurde und ihnen auch entsprach. Inzwischen jedoch gelten schärfere Regeln, was unmittelbare Auswirkungen hat auf die Sanierung. Denn am billigsten wäre es wohl gewesen, über die alte Dachhaut einfach eine neue zu ziehen. Das geht aber nicht. „Es stellte sich heraus, dass das Dachtragwerk nach heutigen Vorschriften unterdimensioniert ist. Es dürfen keine zusätzlichen Lasten aufgebracht werden. Daher ist es erforderlich, die Bauteile auszutauschen und Produkte mit gleichem oder niedrigerem Flächengewicht zu verwenden“, informierte die Bauabteilung.

Es gibt auch noch eine weitere Konsequenz. Denn es wurden schon Überlegungen angestrengt, eine Photovoltaikanlage aufs Dach zu schrauben. Eigentlich wäre die Fläche ideal für ein solches Vorhaben, wäre da nicht die filigrane Konstruktion, unter anderem mit Trapezblechen. Insgesamt handelt es sich um eine Fläche von 850 Quadratmetern. Auch ein Pultdach würde das Problem der periodisch auftretenden Lecks wohl ein für alle Male beseitigen. Das ist aber leider keine wirkliche Option. Da spreche man schnell von einem Betrag von mehr als zwei Millionen Euro, lautet sinngemäß die Auskunft der Grafinger Bauabteilung. Es bleibt also bei der kostengünstigeren Reparatur. Die soll demnächst angepackt werden und bis September abgeschlossen sein.

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