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Auch ein Kobold muss manchmal schlafen: Pumuckls Bett steht heute in der Werkstatt der Geyers in Poing.

Die Geyers aus Poing gehörten damals  zum Film-Team

Pumuckls neues Zuhause: Meister Eders Kobold ist nach der letzten Klappe umgezogen

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Pumuckl ist umgezogen. Von Meister Eders Schreinerwerkstatt in die Werkstatt der Geyers nach Poing. Dort steht zumindest sein Bettchen. Und mit der neuen Heimat des legendären Kobolds hat es eine besondere Bewandtnis.

Poing – Denn die beiden haben sich damals während der Dreharbeiten kennengelernt – und ein Erinnerungsstück aus dieser Zeit ergattert. Und es scheint so, als würde sich der Kobold bei ihnen recht wohlfühlen.

Originalbett Jahrzehnte nach Start der Dreharbeiten entdeckt

Wie sagt der kleine freche Kobold immer? „Pumuckl versteckt, niemand entdeckt!“ Ha, von wegen! Knapp 40 Jahre nach dem Start der Dreharbeiten zu „Meister Eder und sein Pumuckl“ ist das Originalbett entdeckt. 19,6 Kilometer bzw. 25 Autominuten entfernt von der alten Schreinerwerkstatt an der Widenmayerstraße 2 in München. Das Holzbettchen steht in Poing im Kreis Ebersberg – ebenfalls in einer Werkstatt, im Foto- und Kunstatelier von Bergith und Johannes Geyer.

Hier also ist der Pumuckl jetzt zu Hause. Das Bett, gebaut vom Meister Eder, befindet sich in einer Nische, darüber hängen alte Filmklappen von „Tatort“-Folgen sowie Kino- und Fernsehfilmen. Denn Bergith und Johannes Geyer haben fast ihr gesamtes Leben lang gemeinsam in der Filmbranche gearbeitet. Von seinem Bettchen aus hat Pumuckl beste Sicht auf alles, was in der Geyer’schen Werkstatt passiert: Fotoaufnahmen und jede Menge Kunstprojekte.

Wenn Johannes Geyer, der frühere Kameramann und heutige Fotograf, und seine Frau Bergith, eine Künstlerin, zum Bett blicken, erinnern sie sich immer an damals, als es die Werkstatt von Meister Eder (Gustl Bayrhammer) noch gab. Dort haben sie sich kennengelernt. „Das Bett ist für uns ein Heiligtum“, sagen die beiden.

1978 haben die Dreharbeiten für „Meister Eder und sein Pumuckl“ begonnen. Johannes Geyer war damals Kameraassistent, Bergith Geyer war verantwortlich für die Szenen-Ausstattung. Für beide war es der erste große berufliche Einsatz. Der heute 60-Jährige assistierte seinem Lehrmeister Horst Schier. Und Bergith Geyer (heute 71 Jahre alt) erhielt damals nach ihrer Schreinerlehre und dem Filmarchitektur-Studium die erste große Aufgabe. Die große Liebe zum Pumuckl hatten die beiden damals gemeinsam, während der Dreharbeiten verliebten sie sich.

Das Team am Set war wie eine große Familie

Das Drehteam bestand aus nicht einmal zehn Personen – anders als bei heutigen Filmproduktionen, wo zig Menschen herumwuseln. „Wir waren damals wie eine Familie“, erzählt Bergith Geyer. „Und der Gustl Bayrhammer war ein so lieber und gemütlicher Mensch, genau so, wie er den Meister Eder gespielt hat.“ Zur Hochzeit hat der bayerische Volksschauspieler, der 1993 starb, den Geyers eine eigene Glückwunschkarte geschrieben. Bergith Geyer zeigt sie, dazu die Einladungskarte, auf der ein Pumuckl und eine „Puwackl“ gemalt sind. „Als wir 1983 geheiratet haben, wurde gerade darüber diskutiert, ob der Pumuckl eine Frau kriegen soll“, erzählt Johannes Geyer lächelnd. Hat er dann nicht – aber Johannes Geyer schon.

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Das Pumuckl-Bettchen ist eine Erinnerung an die Zeit damals. Und es wirkt fast so, als sei der Pumuckl mit umgezogen nach Poing. Hat sich da im Bett nicht etwas bewegt? Tatsächlich! Das Kopfkissen rutscht ein bisserl nach oben und wieder nach unten. Großes Klabauter-Ehrenwort! Bergith Geyer grinst, sie hat am Kopfende des Bettchens eine Art Schaschlikspieß durch eine Ritze unter das Kissen gesteckt und es damit bewegt. „Real-Trick“, sagt sie.

Damals waren die Tricks handgemacht – nicht am Computer

Damals, vor 40 Jahren, wurden die Tricks noch am Set und nicht am Computer durchgeführt: Wenn der Zeichentrick-Pumuckl sich in seinem Bett bewegt hat, wurde das Bettzeug mithilfe von dünnen Drähten und Holzstiften bewegt. Unsichtbar für den Zuschauer. Später wurde der Pumuckl in die Szene gezeichnet.

42 Zentimeter lang und 22 Zentimeter breit ist das Pumuckl-Bett. Ein Stück Filmgeschichte. Nur den Bettüberzug aus der ersten Staffel gibt es nicht mehr. „Der war irgendwann dermaßen dreckig, dass wir ihn weggeworfen und durch einen neuen ersetzt haben“, erzählt Bergith Geyer. Na ja, kein Wunder, wenn man bedenkt, wie oft der Pumuckl in der ersten Staffel (26 Folgen) verdreckt und manchmal auch verrußt ins Bett gestiegen ist. In der zweiten Staffel (1988/89) bekam er dann wechselnd neue Überzüge, einer davon ist bis heute geblieben.

Nach insgesamt 52 Folgen und einem Kinofilm (1982) war Schluss mit der Pumuckl-Serie. Danach folgte das große Aufräumen. Das Haus wurde abgerissen, Bergith Geyer war zuständig für die Auflösung des Mobiliars, einige Stücke hat sie verkauft. „Das ging mir schon ans Herz“, sagt sie. Das Originalbett hat ihr Mann bekommen. Mitsamt dem Pumuckl? Die Geyers lächeln. Seit das Bett bei ihnen ist, habe sich nichts Sonderbares ereignet, sagen sie. Dennoch ist der Pumuckl immer da – im Herzen der beiden.

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