Hinweisschild am alten Bahndamm. Foto: kn

Radweg rückt vom alten Bahndamm ab

Grafing - Im Umweltausschuss des Kreistags hat ein Planer jetzt einen Entwurf für einen Radweg zwischen Grafing und Glonn präsentiert. Das Vorhaben ist umstritten.

"Die Studie zeigt einen Versöhnungsansatz“, meinte SPD-Kreisrätin Renate Glaser aus Glonn und brachte es damit auf den Punkt. Der Vorschlag für einen Radlweg von Grafing- Bahnhof über Moosach nach Glonn hatte für erhebliche Aufregung gesorgt. Die Trasse soll sich nämlich am Damm der rund zehn Kilometer langen ehemaligen Bahnlinie orientieren. Aber: Seit den frühen 1990er Jahren ist der ehemalige Bahndamm ein „geschützter Landschaftsbestandteil“ und eines der längsten Biotope im Landkreis. „Es ist ein sensibles Thema“, räumte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) ein.

Jetzt stellte der Ebersberger Planer Josef Gruber-Buchecker im Umweltausschuss des Kreistags eine Machbarkeitsstudie vor - mit einer Fülle von Details. Konkret geht es um einen Rad- und Wanderweg. Angedacht ist eine Breite von 2,50 Metern mit einem beidseitigen Bankett von jeweils 75 Zentimetern. Gesamtbreite: Vier Meter.

Klar wurde bei der Präsentation vor allem, dass die Strecke nach den Vorschlägen des Planers nur zu einem Teil auf dem Damm verlaufen soll. „Von den zehn Kilometer knapp ein Drittel“, wie Niedergesäß betonte.

In einem ersten Streckenabschnitt beginnend in Grafing-Bahnhof bis zum geplanten Gewerbegebiet in Taglaching ist laut Studie eine Streckenführung entlang der Straße möglich. Der Streifen zwischen Straße und Damm sei dort ausreichend.

Im weiteren Verlauf westlich von Taglaching wäre eine Variante, den Radlweg neben oder auf dem Damm zu bauen. Gruber-Buchecker gab jedoch zu bedenken, dass die Strecke dann nahe der sensiblen Urtel-Quellen verlaufen würde. Alternative: Der neue Weg führt entlang der Straße. Doch die ist dort sehr schmal. Um Platz zu schaffen, müsste wohl in die Böschung eingegriffen werden, was hohe Kosen verursacht. Bei Baumhau und Gutterstätt könnte sich der Planer vorstellen, den Weg auf einer verbreiterten Straße zu führen. Von Moosach Richtung Glonn bis zur Abzweigung nach Doblberg/ Adling empfiehlt Gruber-Buchecker, den Weg auf dem Bahndamm zu führen. Der werde dort sowieso von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt. Noch weiter südlich würde der Planer dann den Damm wieder verlassen. „Der ist dort schon stark überwachsen“, so das Argument. Genutzt werden könnten stattdessen bereits vorhandene Feld- und Wirtschaftswege. „Letztendlich gibt es noch viele Dinge, die geklärt werden müssen“, fasste Gruber-Buchecker zusammen. Dies müsste in der Detailplanung untersucht werden.

Niedergesäß warb für das Projekt: „Wir hätten damit eine attraktive Verbindung, einen gemütlichen Radwanderweg auch für Familien aber nicht für Rennräder.“ Die Studie sei ein „umfangreiches Werk“. Damit müssten sich jetzt Gemeinde- und Stadträte der betroffenen Kommunen befassen. Der Landrat will jedoch ein Signal setzen, um zu zeigen, „dass wir das Thema weiter verfolgen“. Deshalb sollen Planungskosten für das Projekt in das Straßenbauprogramm aufgenommen werden. Vorgesehen ist zudem ein Ortstermin mit den betroffenen Gemeinden, dem Straßenbauamt sowie mit Interessensverbänden von den Naturschützern bis zur Projektgruppe „Radlwege“. In den weiteren Verlauf der Planung sollen die betroffenen Grundstückseigentümer frühzeitig eingebunden werden.

Robert Langer

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