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Aus dem Amtsgericht

Aus Rangelei wird Knochenbruch

Landkreis – Eine Faust landete krachend im Gesicht des 33-jährigen Hannes L. (Namen geändert) und brach ihm den Augenhöhlenboden.

„Blow-out-Fraktur“ wird so eine Verletzung auch genannt. Außerdem erlitt L. eine klaffende Platzwunde in der Augenbraue. Dafür vor dem Ebersberger Amtsgericht verantworten muss sich nun der 51-jährige Kirchseeoner, Zdravko A. Bis ein Urteil gesprochen wird, vergehen aber mindestens vier Wochen.

Es war die Nacht des DFB-Pokalfinals vom 12. auf 13. Mai 2012. Auch in einer Gaststätte im südlichen Landkeis hatten einige Fußball-Interessierte das Spiel verfolgt. Dann wurde die Musik aufgedreht, die Stimmung war eigentlich ausgelassen. Bis sich der Wirt an der Schulter verletzte und sich ein Bekannter in Boxer-Manier einmischte.

Eine „freundschaftliche Rangelei“ zwischen ihm und dem Wirt sei es gewesen, schilderte Hannes L., in deren Folge eine alte Schulterverletzung seines Gegenübers aufgebrochen sei. Während der Wirt mit seinem Schmerz allein gelassen werden wollte, ging L. in Richtung Tresen. Was dann genau geschah, konnte auch mit den Aussagen von sieben Augenzeugen noch nicht geklärt werden. Während Zdravko A. behauptete, er sei von Hannes L. mit einem spitzen Gegenstand „angeritzt“ worden und im Rahmen einer Keilerei sei dieser mit dem Gesicht auf ein Möbelstück gefallen, berichteten andere Zeugen von Faustschlägen durch A. Weil zum Verhandlungstermin zwei Zeugen nicht erschienen, geht es am 25. Juni weiter. Bis dahin sollen Fotos vom Innenraum der Gaststätte gemacht werden. Eine Gutachterin soll klären, ob die Verletzungen am Auge von Hannes L. von einer Möbelkante stammen könnten.

Johannes Markmann

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