Endstation Ebersberg. Bisher hält hier die S 4. Foto: EZ

Raus aus dem "Stolpertakt"

Ebersberg - Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß schlägt einen Linientausch vor: Statt der S 4 soll die S 6 die Strecke nach Ebersberg bedienen.

Landrat Robert Niedergesäß (CSU) setzt sich in einem Schreiben an die Bayerische Eisenbahngesellchaft (BEG) für einen Linienaustausch der S-Bahnen 4 und 6 ein. Die S-Bahn sei für das Umland das Rückgrat der Verkehrsbedienung im öffentlichen Verkehr. Deshalb sei es wichtig, die Qualität und Leistung, die schon lange nicht mehr stimme, wieder zu verbessern, so Niedergesäß.

Die Fahrgäste seien mit Recht unzufrieden. Da diese von der S-Bahn abhängig sind, litten sie unter den Mängeln des Systems. Deswegen setzten sich der Landkreis Ebersberg und die anderen sieben Verbundlandkreise im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Verbesserungen ein. Außerdem wollen sie Wege aufzeigen, wie die S-Bahn München zukunftsfähig gemacht und das S-Bahnsystem verbessert werden kann. Da zählten auch kleine oder konkrete Maßnahmen, die schon kurzfristig umgesetzt werden könnten.

Der Landrat, der gleichzeitig im MVV Sprecher der acht Verbundlandkreise ist, hat gegenüber der zuständigen BEG und der S-Bahn im Mai Verbesserungsvorschläge gemacht. Einige konnten schon zum kommenden Fahrplanwechsel eingesetzt werden.

Niedergesäß schlägt nun einen Linientausch S4/S6 vor. Wenn die S-Bahnverkehre besser mit dem Filzenexpress in Einklang gebracht werden würden, hätte dies Vorteile für die Fahrgäste. Zudem könnten die heute bestehenden Taktlücken im derzeit schwer merkbaren 10-10-40-Minuten-„Stolpertakt“ künftig durch einen 20-20-20-Minutentakt beseitigt werden.

Niedergesäß meint, dass dies zwar erst eine kleinere Verbesserung, aber wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung wäre. Die S-Bahn bedürfe in seinen Augen einer „Runderneuerung“ mit kurz-, mittel- und langfristig umzusetzenden Maßnahmen. Neben dem „absolut prioritären“ Bau der zweiten Stammstrecke wären in weiteren Schritten auch der Ausbau der Infrastruktur zwischen Grafing und Ebersberg mit einem Begegnungsgleis und die Elektrifizierung von Ebersberg nach Wasserburg notwendig.

Die Verbundlandkreise würden bezüglich der S-Bahn auch künftig kurz-, mittel- und langfristige Handlungsoptionen aufzeigen, kündigt der Landrat an. Ziel müsse sein, das S-Bahnsystem München wieder als Ganzes zu begreifen und möglichst viele Schwachstellen abzustellen. „Die Mobilität und ein attraktives ÖPNV-Angebot ist gerade in der Wachstumsregion München eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft mit Priorität 1.“

Nikola Lugauer

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