Die rechtsextreme Anwältin Sylvia Stolz aus Ebersberg mit ihrem Anwalt am Mittwoch vor dem Landgericht in München. Foto: Kruse

Rechtsextreme Juristin vor Gericht

Ebersberg - Die mit einem Berufsverbot belegte frühere Anwältin Sylvia Stolz, die wegen Holocaust-Verleugnung bereits im Gefängnis war, steht wieder vor Gericht.

Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen hat am Mittwoch vor dem Münchner Landgericht der Prozess gegen die frühere Anwältin Sylvia Stolz wegen Volksverhetzung begonnen. Die 51-jährige Ebersbergerin hatte in einem Vortrag vor der „Antizensurkoalition“ in Chur (Schweiz) im November 2012 den Holocaust als „Erfindung“ dargestellt und behauptet, es fehlten dafür jegliche Beweise. Ein Schweizer Anwalt zeigte die einschlägig vorbestrafte ehemalige Anwältin an, das Verfahren wurde nach München abgegeben. Die Juristin vertrat vor Untersagung ihrer Anwaltstätigkeit unter anderem den früheren RAF-Verteidiger und jetzigen Rechtsextremen Horst Mahler, mit dem sie auch liiert war und zeitweise gemeinsam in der Kreisstadt lebte.

Bereits 2008 war Stolz vom Mannheimer Landgericht wegen wiederholter Holocaust-Leugnung, Beleidigung, versuchter Nötigung und weiterer Straftaten zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Damals war sie unmittelbar nach der Urteilsverkündung festgenommen und abgeführt worden. Mit einem lauten „Heil Hitler“ aus ausgestrecktem Arm hatte sich die damals 44-Jährige von ihren zahlreichen Sympathisanten im Gerichtssaal verabschiedet. Im April 2011 wurde Sylvia Stolz aus der Haft entlassen. Sie kehrte nach Ebersberg zurück.

Die mit einem Berufsverbot belegte Juristin soll laut Staatsanwaltschaft im November 2012 in Chur im Rahmen eines 90-minütigen Referats den während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft an den europäischen Juden begangenen Völkermord geleugnet und ihn als bloße Erfingung dargestellt haben.

Zudem wird der Ebersbergerin vorgeworfen, unbefugt die Bezeichnung Rechtsanwalt geführt zu haben, obwohl gegen sie 2009 vom Landgericht Mannheim ein fünfjähriges Berufsverbot verhängt worden war.

Der Prozess ist auf mehrere Verhandlungstage angesetzt. Er geht nächste Woche weiter.

Michael Acker

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