Wer hat Wohnraum?

Regierung weist Landkreis zwangsweise Asylbewerber zu

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Grafing - Ab sofort werden dem Landkreis Ebersberg zwangsweise wöchentlich bis zu fünf Asylbewerber zur Aufnahme zugeteilt. Das hat die Regierung von Oberbayern gegenüber dem Landratsamt angekündigt.

Weil inzwischen weitgehend alle Unterkünfte von ihrer Kapazität her ausgeschöpft sind, müssen die Container am Gymnasium Grafing für eine erneute Belegung vorbereitet werden. „Alle anderen Möglichkeiten im Landkreis sind ab der kommenden Woche voll belegt“, erklärt Stefanie Geisler, Leiterin der Abteilung Soziales und Bildung im Landratsamt diesen Schritt. Zur Erinnerung: Bereits einmal waren die Container auf dem Grafinger Schulgelände für diese Zwecke verwendet worden. Es gab damals Kritik an den Wohnverhältnissen und auch in der Elternschaft regte sich Widerspruch. Das Projekt wurde wieder aufgegeben.

„Die Containerunterbringung ist vorerst nur für die Zeit der Sommerferien gedacht“, so Geisler weiter. „Landrat Robert Niedergesäß hat noch versucht, einen Aufschub zu erreichen, weil ja in der vergangenen Woche zwanzig Asylbewerber in Anzing aufgenommen worden waren, aber im Moment kommen pro Wochenende bis zu vierhundert Asylbewerber in München an, der Druck ist also entsprechend hoch“, berichtet die Abteilungsleiterin.

Der Landrat hat sich deshalb erneut an die Bürgermeister im Landkreis gewandt mit der Bitte, freien Wohnraum für Asylbewerber in ihren Gemeinden und Städten ausfindig zu machen. „Die Situation hat sich wieder zugespitzt. Wir sind auf die Mithilfe und Solidarität der Landkreisbürger angewiesen, damit wir Asylbewerber menschenwürdig unterbringen können“, so der Landrat weiter.

Vom Land Bayern noch nicht genehmigt sind die geplanten Container-Unterkünfte in den Gemeinden Vaterstetten und Zorneding, die die Situation für den Landkreis entschärfen würden. Dort soll es Platz für 150 Menschen geben. Kosten für das Gesamtprojekt dieser zwei Einrichtungen: 2,5 Millionen Euro. Für die Asylunterkunft in Vaterstetten liegt noch keine Vorfinanzierungszusage vom Freistaat Bayern vor. Bei der Unterkunft Zorneding ist die Rückmeldung der Vergabestelle der Regierung von Oberbayern noch offen. „Sowohl ich als auch meine Mitarbeiter machen hier wöchentlich Druck bei der Regierung von Oberbayern, eine definitive Zusage fehlt jedoch noch“, bedauert Niedergesäß.

Wer kann helfen?

Wer Wohnraum für Asylbewerber anbieten kann, wird gebeten sich möglichst bald unter der Telefonnummer (08092) 823 120 im Landratsamt Ebersberg zu melden.

Von Michael Seeholzer

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