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Erleichterung bei Pfarrer Hans-Joachim Brennecke (Mitte) sowie den Kirchenpflegern Franz Föstl (l.) und Charly Müller.

Kirche St. Nikolaus

Geschenk für Spendensammler

Erleichterung in der Kuratie Neufarn und im ganzen Pfarrverband Vaterstetten: Die Renovierung der Parsdorfer Nikolauskirche ist endlich abgeschlossen, baulich und finanziell. Diese Nachricht dürfte vor allem die vielen Ehrenamtlichen freuen, die in den vergangenen Jahren unermüdlich Spenden für die Renovierung gesammelt haben.

Parsdorf – Rückblick: Der erste Antrag zur dringend nötigen Renovierung der Kirche wurde 2007 gestellt. Es dauerte dann allerdings einige Zeit, bis die Zusage vom Erzbischöflichen Ordinariat kam, sodass schließlich erst im April 2012 mit den Arbeiten begonnen werden konnte. Abgeschlossen waren diese im Dezember 2015. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 685 000 Euro. Den größten Anteil davon übernahm das Ordinariat. Auch die Gemeinde Vaterstetten beteiligte sich mit rund 41 000 Euro. Einen Betrag von rund 158 000 Euro jedoch musste die Kuratie selbst aufbringen. Und das war gar nicht so einfach, denn die Kirchenstiftung zählt zu ihrem Besitz neben der Parsdorfer Kirche auch noch die Kirchen in Weißenfeld und Neufarn. Alle drei sind historisch wertvoll, was sich in den Kosten für ihren Erhalt niederschlägt.

Es mussten also Spenden gesammelt werden. Und da haben sich die Gläubigen der Kuratie und die Dorfgemeinschaft Parsdorf-Hergolding so richtig ins Zeug gelegt Allein beim traditionellen Ostermarkt, der jedes Jahr auf dem Parsdorfer Dorfplatz stattfindet, kamen rund 48 000 Euro an Spenden zusammen. Seit 2013 gibt es zudem den kleinen, aber feinen Nikolausmarkt, aus dessen Erlös etwa 3000 Euro in die Kirchensanierung flossen. Dazu kamen private Spenden in Höhe von 77 000 Euro.

Trotzdem blieb am Ende eine Finanzierungslücke von etwa 25 000 Euro übrig. Und jetzt kommt die gute Nachricht: „Das Ordinariat hat uns diese Restsumme erlassen, weil es gesehen hat, welche Anstrengungen in der Kuratie bisher schon unternommen wurden, um Spenden zu sammeln“, erläutert Pfarrer Hans-Joachim Brennecke. „Diese Anstrengungen will das Ordinariat mit seinem Erlass anerkennen.“

Diese Nachricht nahmen auch Charly Müller und Franz Föstl mit Freude und Erleichterung zur Kenntnis. Müller war von 2001 bis 2012 Kirchenpfleger der Kuratie Neufarn, Föstl trat 2013 seine Nachfolge an. Beide waren stets intensiv mit dem Thema Kirchensanierung und den vielen anspruchsvollen Arbeiten vom Dach bis zum Fundament der Kirche befasst. Die Finanzierung hat ihnen viel Kopfzerbrechen bereitet. Das ist nun vorbei.

Was bleibt, sind die positiven Aspekte der Renovierung. So waren im Zuge der Arbeiten zwei Reliquienaltäre zum Vorschein gekommen. Außerdem wurde entdeckt, dass die Nikolauskirche sogar noch älter ist, als ursprünglich angenommen. Lange hatte man gedacht, die Kirche sei 1473 erbaut worden. Diese Zahl steht auf dem Chorbogen und an der Wand hinter dem Hochaltar. Erst die Vaterstettener Kunsthistorikerin Brigitte Schliewen entzifferte auf dem Schlussstein im Chor die gotischen Zahlen 1457. „Offenbar ist die Kunst des Lesens von gotischen Ziffern im Laufe der Jahre verloren gegangen, sodass es zu diesem Irrtum kam“, vermutet Müller.

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