Männlicher Dukatenfalter, fotografiert im Ebersberger Forst von Harald Süpfle. Foto: privat

Retten Sie die Schmetterlinge!

Zorneding - Immer mehr Schmetterlingsarten verschwinden. Daran ist auch der Mensch schuld. Jeder Gartenbesitzer kann mithelfen. Eine Möglichkeit: Einfach mal weniger Rasenmähen und Futterpflanzen für die Falter stehen lassen.

Von den 172 in Bayern ursprünglich beheimateten Schmetterlingsarten sind acht bereits ausgestorben und weitere 96 gefährdet, extrem selten oder vom Aussterben bedroht. Grund genug für die Kreisgruppe Ebersberg des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), zu einem Vortrag einzuladen: Harald Süpfle informierte über heimische Schmetterlinge und was man zu ihrer Unterstützung tun kann.

Draußen schneite es, doch im evangelischen Gemeindezentrum waren die zahlreichen Zuhörer gedanklich schnell im Frühling angekommen. Süpfle ist nicht nur Mitglied im Arbeitskreis Schmetterlinge des LBV München, sondern auch leidenschaftlicher Falter-Fotograf. Seine Bilder entstehen im Riemer Park, im Ebersberger Forst, in Kiesgruben oder an Waldrändern im Landkreis. Er zeigte zahlreiche Fotos von unterschiedlich geformten Eiern, verschiedenfarbigen Raupen, interessant geformten Puppen und natürlich von vielen wunderschön gemusterten Schmetterlingen.

Manchmal gerieten die Fotos beinahe zum Suchbild: Erst auf den zweiten Blick entdeckte man die Falter, da deren Flügel insbesondere an der Unterseite häufig in Tarnfarben gehalten sind, so dass sie sich kaum von der Umgebung unterscheiden. Die Flügeloberseite hingegen soll mit ihren bunten Farben und auffälligen Mustern vor allem zur gegenseitigen Erkennung und zum Anlocken eines Paarungspartners dienen.

Aber das Balzen geht auch anders: Der Kaisermantel etwa hat Duftschuppen, die in der Paarungszeit einen deutlich wahrnehmbaren Geruch ausströmen, der die Weibchen anlockt.

„Nicht jeder gelbe Schmetterling ist ein Zitronenfalter“, räumte Süpfle mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf. Vielmehr könne es sich dabei auch um Gelblinge wie den Postillon oder den Südlichen Heufalter handeln. Der Zitronenfalter selbst sei durch seine spitzen Flügel besonders markant und gut zu erkennen.

Je nach Art können die Schmetterlinge sowohl als Eigelege als auch als Raupe, Puppe oder fertiger Falter überwintern. Neben natürlichen Feinden wie Parasiten, Spinnen oder Vögeln ist es meist das Wetter, das den Tieren zu schaffen macht: Zu lange Trockenperioden sind ebenso gefährlich wie lang anhaltender Regen oder Kälte.

Die größte Gefahr aber geht vom Menschen aus, der das Grünland immer intensiver bewirtschaftet, düngt, mäht und mit Pestiziden verseucht. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft verschwinden immer mehr artenreiche Wiesen, die den Tieren als Futter und Lebensraum dienen. Bekannte Falterarten wie etwa der Kleine Fuchs, der Admiral, das Landkärtchen oder das Tagpfauenauge bevorzugen zum Beispiel Brennnesseln als Futterpflanze - eben jenes „Unkraut“, das vielen Gärtnern ein Dorn im Auge ist. Auch Weiden, die im Frühjahr mit als Erstes blühen, ziehen viele Schmetterlinge an. Im Wald gibt es entgegen weitläufiger Annahme viele Falterarten: Im Ebersberger Forst etwa ist der Dukatenfalter beheimatet.

Gartenbesitzer können eine Menge tun, um zum Erhalt dieser selten gewordenen Tiere beizutragen, indem sie vorrangig heimische Gewächse anpflanzen wie etwa Holunder, Schlehe, Heckenkirsche oder Weide. Auch Wiesenkräuter, wilde Möhren oder Wiesenschaumkraut locken Falter an. Verzichten sollte man hingegen auf Chemie, Kunstdünger und allzu häufiges Rasenmähen: „Lassen Sie die Natur auch einmal Natur sein!“ (se)

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