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Riesenfreude über das 300. Mitglied

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Annemarie Röhrl (2.v.l.) soll noch besonders geehrt werden. Vorsitzender Franz Bader (m.) bemüht sich mit den Mitgliedern um den Erhalt der bairischen Sprache. foto: sro
Annemarie Röhrl (2.v.l.) soll noch besonders geehrt werden. Vorsitzender Franz Bader (m.) bemüht sich mit den Mitgliedern um den Erhalt der bairischen Sprache. foto: sro

Anzing - Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte (FBSD), Landschaftsverband Ebersberg-Erding, hat mit Annemarie Röhrl das 300. Mitglied.

Vorsitzender Franz Bader freute sich bei der Jahreshauptversammlung wie ein Schneekönig. Auf einem der nächsten Treffen soll Röhrl noch besonders geehrt werden. Dass der Sprachförderverein nicht stark genug sein könne, machte Bader in seinem Rechenschaftsbericht deutlich. Dabei nahm er - wie immer - kein Blatt vor den Mund. Vor allem die Situation in den Kindergärten, wo er seit geraumer Zeit die Kleinen in Bairisch unterrichte, gefällt Bader keineswegs. „Der Zustand der bairischen Sprache bei unseren Kindern ist - gelinde gesagt - saumäßig“. Sprach’s und ermahnte die Anwesenden im Anzinger Forsthof, bei der Kindergartenarbeit nicht locker zu lassen.

Nach dem Kindergarten kommt die Schule, wo es nach den Worten Baders „nicht viel besser aussieht“. Der ehemalige Lehrer an der Schwabener Hauptschule plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen. Der Bairisch-Unterricht an den Schulen sei eine mühsame Sache, die aber durchgezogen werden müsse. Mühsam deshalb, weil die entsprechenden Lehrpläne oder ministeriellen Anweisungen meist in den Regalen der Lehrerzimmer verstaubten. Deshalb sei es umso wichtiger, Bairisch endlich als Unterrichtsfach einzuführen. „Dann müssen die Lehrer - ob sie wollen oder nicht“, hielt der Vorstand mit seiner Meinung über seine ehemaligen Kollegen nicht hinter dem Berg. Im übrigen sei es nicht verboten, im Unterricht Dialekt zu reden. Sowohl Landschaftschef Bader als auch der Vorsitzende des Gesamtvereins, Martin Bauer, stehen seit Jahren immer wieder im Bayerischen Kultusministerium auf der Matte - nicht selten bei Ludwig Spaenle persönlich. Für Bader ein „Lichtblick“.

Sebastian Gruber aus Zorneding sprach vielen Vereinsmitgliedern aus der Seele, als er das Hörfunkprogramm von Bayern 1 „mit dem ewigen Gedudel“ zur Sprache brachte. Dazu Baders Empfehlung: „Schreiben Sie Leserbriefe, Leserbriefe werden gelesen, auch von den BR-Rundfunkmachern.“

Auch in diesem Jahr sind wieder diverse Veranstaltungen geplant. Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur Wolfgang Johannes Bekh aus Rappoltskirchen bei Erding erhält den „Bairischen Sprachlöwen“. Der entsprechende Festakt, zu dem auch die Bevölkerung eingeladen ist, ist am Samstag, 27. März, um 10 Uhr, im Erdinger Johanneshaus (Pfarrheim).

Von Johannes Danner

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