Zugang zum Aufzug am Bahnhof Baldham. Laut Bürgermeister Reitsberger funktioniert die Anlage wieder. sro

Rollstuhlfahrer kommen nicht zum Zug

Vaterstetten - Am Bahnhof in Baldham war erneut der Aufzug defekt, die Gemeinde vermutet Vandalismus als Ursache.

Mehrere Gemeinden gemeinsam sollen gegen die Bahn vorgehen, wenn es wieder Probleme an den Bahnhöfen gibt. Das hat jetzt Vaterstettens 3. Bürgermeister Günter Lenz (SPD) gefordert. „Wir müssen uns eine Strategie überlegen.“

Auslöser war eine Anfrage von FBU/AfD-Gemeinderat Manfred Schmidt im Bauausschuss. Er hatte darauf hingewiesen, dass der Aufzug am Bahnhof Baldham schon seit Wochen außer Betrieb sei. Weil der Bahnsteig deshalb nur über Treppen erreicht werden könne, seien Mütter mit Kindern und Rollstuhlfahrer von der Benutzung der S-Bahn ausgeschlossen. Dass der Schaden nicht repariert werde, „ist eine „Unverschämtheit“, so Schmidt.

Das Problem ist nur: Der Aufzug ist im Eigentum der Gemeinde. Das hatte die Bahn bereits bei einem anderen Fall betont. Dass der Aufzug nicht funktioniert, ist nämlich nicht das erste Mal passiert. Vor fast genau einem Jahr wurde die Anlage kurz vor Weihnachten gesperrt. Der Grund: Das Notruftelefon funktionierte nicht. Die Leitung war unterbrochen. Ohne diese Notrufmöglichkeit aus der Kabine darf der Aufzug aber nicht betrieben werden. Auslöser für die Panne war ein defektes Kabel. Vermutet wurde, dass beim Abriss des maroden Kiosks das Kabel beschädigt wurde.

Die Reparatur zog sich hin. Vielleicht wegen der Feiertage, so Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) damals. Diesmal könnte der Grund für den Defekt Vandalismus sein, erklärte der Rathauschef. Angeblich sei der Aufzug durch Rütteln und Schütteln stehen geblieben. Inzwischen funktioniere die Anlage wieder, so Reitsberger.

Laut Vize-Bürgermeister Martin Wagner (CSU) seien mehrere Jugendliche beobachtet worden. Die Tür des Aufzugs sei total verzogen, so dass sie ausgewechselt werden musste. Das Ersatzteil sollte innerhalb weniger Tage kommen. Um das Problem hätten sich Mitarbeiter des Rathauses gekümmert, hieß es jetzt. Das war aber offenbar weder den Ausschussmitgliedern noch den Spitzen der Verwaltung oder den Bürgermeistern bekannt.

Unabhängig davon, wer jetzt für den Aufzug zuständig ist, so zeichnet doch die Bahn für das übrige Gelände verantwortlich. Und auch das Thema Überwachung bleibt weiter im Fokus. Der Sicherheitsdienst der Gemeinde kontrolliere regelmäßig, so Wagner. Damit wird aber nicht die ganze Zeit abgedeckt. Diskutiert wird über Videokameras. „Aber dazu brauchen wir auch die Bahn“, so Wagner.

Und dann gebe es noch das Problem mit dem Datenschutz. Man habe bereits einmal über Überwachungskameras am Bahnhof diskutiert und die verschiedenen Aspekte geprüft. Damals habe man sich von dem Projekt wieder verabschiedet.

Robert Langer

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