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Die Sammler

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Immer gut für einen Tipp: Bei ihrem regelmäßigen Stammtisch sind die Ahnenforscher unter sich und geben sich gegenseitig Ratschläge. Gründer der Treffen im Münchner Osten ist Anton Huber (2.v.li., am vorderen Tisch) aus Gelting.  Foto: dul
Immer gut für einen Tipp: Bei ihrem regelmäßigen Stammtisch sind die Ahnenforscher unter sich und geben sich gegenseitig Ratschläge. Gründer der Treffen im Münchner Osten ist Anton Huber (2.v.li., am vorderen Tisch) aus Gelting. Foto: dul

Poing - Seit fünf Jahren treffen sich Hobby-Historiker am Forscher-Stammtisch, seit kurzem in der Poinger Einkehr.

Sie sammeln Sterbebilder, tauchen ab in Gemeindearchive, stöbern in alten Kirchenlisten: Privatleute als Ahnenforscher. Weil aber Sammeln auch vom Austausch untereinander lebt, treffen sie sich ab und zu beim so genannten Forscher-Stammtisch, wie jetzt - zum fünften Geburtstag der Gemeinschaft Münchner Osten - im Wirtshaus zur Poinger Einkehr.

„Wir sind kein Verein und wollen auch keiner sein“, betont Stammtisch-Gründer Anton Huber aus Gelting, der wie viele andere das Forschen zum Hobby erkoren hat. „Einige von uns sind Mitglied im Bayerischen Landesverein für Familienkunde, kurz: BLF. Aber das ist nicht Bedingung, um bei uns aktiv mitmachen zu können.“

Mitmachen heißt in erster Linie sammeln - Sterbebilder, Daten aus alten Gemeindebüchern oder Familien-Listen. Dann werden diese Fotos oder Daten, oft auf sehr altem Papier gedruckt, in spezielle Folien gesteckt und am Computer eingescannt. Damit sind sie elektronisch für die Nachwelt gesichert und können, wenn gewünscht, an den BLF gegeben werden. Dort wiederum können Interessierte Daten über ihre Heimatorte, Häuser, Nachbarn oder auch über die eigene Familie abrufen, wenn vorhanden. „Wir haben viele in unseren Reihen, die zum Beispiel alles über ihren Ort wissen möchten“, so Huber. Wie zum Beispiel Hans-Joachim Lang aus Zorneding, der alle zwei Jahre eine Chronik des Ortes verfasst, die dann als Buch veröffentlicht wird.

Aber auch Leute, die eine Familienchronik oder einen Stammbaum erstellen, die herausfinden wollen, woher ihr Name kommt. So haben wir zum Beispiel entdeckt, dass der hier sehr häufige Familienname Hollerith aus der Pfalz stammt, quasi von frühen Migranten“, erläutert Anton Huber Ergebnisse des intensiven Forschens.

„Wir helfen aber auch all denjenigen, die auf dem Dachboden eine Kiste voll historischer Fotos gefunden haben, nichts damit anzufangen wissen und jetzt Hintergründe dazu erfahren wollen“, gibt der Stammtisch-Gründer Hilfestellung.

Für Laien sei es schwierig, wo sie die Suche starten sollen, weiß Forscher Huber. Ortsfamilienbücher seien hier eine gute Quelle, Archive oder auch ältere Nachbarn, die manchmal noch viel wissen über Leute und Geschehnisse. „In manchen Ländern ist diese Forschung einfacher als bei uns. So werden zum Beispiel in der Schweiz seit 1550 alle Eheschließungen amtlich erfasst und sind für jeden einsehbar.“

Damit die Hobby-Forscher einen Einblick in die Arbeit von Such-Profis bekommen, hat der Stammtisch einen besonderen Termin im Angebot: Am 25. März besteht für alle Interessierten die Gelegenheit, den Angestellten im Bayerischen Staatsarchiv in München einmal über die Schulter zu schauen.

Friedbert Holz

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