„Was braucht ma aufm Bauernhof?“ singen die Kinder und bekommen ganz überraschend tatkräftige Unterstützung. Foto: jro

Sauen quieken, Frösche quaken

Ebersberg - „Cantores iuvenes Sti. Sebastiani“ begeistern ausnahmsweise mit besonders frechen Liedern.

Die Sänger betreten den Saal im katholischen Pfarrheim an der Baldestraße in Ebersberg, das Publikum klatscht, wie es sich gehört - der Applaus ist zu Ende, Chorleiter Markus Lugmayr schlurft lässig und gemächlich nach vorne, er setzt sich hin zum Publikum gewandt in Erwartung einer Reaktion - nichts passiert. „Ich warte auf die Eltern, die sollen doch hier ein Konzert geben?“ fragt er launig in die Runde des vollbesetzten Saales.

In der Tat, bei den Sängern auf der Bühne sind kaum „Eltern“ auszumachen, vorne sitzen sechs Kinder, dahinter stehen zwölf jugendliche Mädchen, aha dahinten könnten zwei, drei Mütter sein und etwas abseits vier männliche Sänger, auch ziemlich jung. „Elternkonzert“? Das wird spannend.

Markus Lugmayr klärt auf: Mit seinem Antritt als Kirchenmusiker in der Pfarrkirche St. Sebastian übernahm er die bereits etablierten Chöre. Aus dem damals bestehenden Kinderchor entwickelten sich die „Cantores iuvenes Sti. Sebastiani“ (die jungen Sänger des Heiligen Sebastian). Die musikalische Gestaltung verschiedener Gottesdienste sind Schwerpunkte der Arbeit des Chores, aber auch eigene Konzerte.

Die Gruppe der ehemaligen Chormitglieder auf der Bühne besteht aus den Sopranistinnen Elisa Feser, Theresa Weyh und Magdalena Berger; Anna Reif, Kerstin Rickmeyer, Ruth Hilpert (Mezzo bzw. Alt) sowie den Männerstimmen Severin Berger (Tenor), Sebastian Lugmayr und Simon Reif (Bass). Mit seiner Mitstreiterin Margarete Schwarz (Sopran) ist es Lugmayr gelungen, ein großes Präsentationskonzert ihres gemeinsamen Könnens nicht nur für Eltern unter dem Motto „Singen und was wir sonst noch können“ auf die Beine zu stellen. Auch Ehefrau Michaela Lugmayr (Alt) und Martin Albert (Bassbariton) sind mit von der musikalischen Partie, sowie am Klavier seit vielen Jahren fester Begleiter Hans Orterer.

Viel Freude und Spaß am Singen und Musizieren ist bei jedem der Lieder spürbar und springt sofort auf das Publikum über. „Wohlauf und lasst uns singen all“ ist der fröhliche Auftakt des Gesamtchores und der Ehemaligen.

Noch lustiger wird es mit dem folgenden bayerischen Volkslied „Sepp, Depp, Hennadreck“. Die Kinder in vorderster Reihe kichern während des Singens und flüstern sich was ins Ohr - auch beim folgendem Volkslied „D’Sau - d’Sau had an schweinern Kopf und vier Füß hat’s a...“ und „Was braucht ma aufm Bauerndorf?“ Bei letzterem gesellten sich die vier Männerstimmen zum Chor - auf dem Hof braucht es freilich auch Männer.

Ein ausgereiftes brillantes Klangbild bot sich den Besuchern nicht nur bei den ersten Darbietungen. Auch der Chef darf bei solchen Konzerten brillieren: Markus Lugmayr brachte das Gesangssolo „Der Schulmeister“ von Georg Philipp Telemann in Auszügen zusammen mit dem Jugendchor zu Gehör. 15 einzelne Darbietungen in jeweils unterschiedlicher Besetzung brachten der Gesamtchor, die Ehemaligen, der Jugendchor oder Solisten zum Vortrag. Dieses zehnte Elternkonzert bezog sich nicht nur auf das vergangene Chorjahr, sondern auch auf einige Highlights aller bisherigen Elternkonzerte wie zum Beispiel eine Wiederbegegnung mit dem Janitscharenchor aus Mozarts „Entführung aus dem Serail“, dem „Froschquakerchor“ aus den sogenannten Kinderliedern von Erich Ferstl, dem Chor „Cerf volant“ aus „die Kinder des Monsieur Matthieu“ und dem traditionellen irischen Volkslied „Irish Blessing“. Mit „Gott hat alles recht gemacht“, wunderbar aufeinander abgestimmt und vorgetragen vom Gesamtchor mit allen Ehemaligen verabschiedeten sich die Sänger mit diesem musikalischen Höhepunkt unter tosendem Beifall des Publikums.

Begegnung und Gespräch unter Sängern und Publikum sollte Bestandteil des Konzertes sein, deshalb mündete das 10. Elternkonzert in einem gemeinsamen zünftigen Grill- und Sommerfest im Garten hinter dem Pfarrheim. oha

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