So sah die Ritterburg aus, die der Burschenverein Pastetten beim Faschingszug 2014 durch die Ebersberger Innenstadt zog – ein zweistöckiger Aufbau, originalgetreu nachgebildete Eck- und Simssteine sowie rauchende Kanonen. Foto: sro

Das war der schönste Faschingswagen

Ebersberg - Der Burschenverein Pastetten holt sich mit seiner Ritterburg den ersten Preis bei der Prämierung der besten Faschingswagen in Ebersberg.

Mit ihrer „wunderbaren Ritterburg“, wie Ebersbergs Vize-Bürgermeister Toni Ried sie nannte, hat der Burschenverein Pastetten den ersten Preis für den schönsten Faschingswagen 2014 gewonnen.

Ein zweistöckiger Aufbau auf dem Wagen, originalgetreu nachgebildete Eck- und Simssteine sowie rauchende Kanonen haben nicht nur die vielen Zuschauer, sondern auch die Jurymitglieder überzeugt, die sich im alten kino den Film des Faschingszuges 2014 angesehen haben. Hinzu kamen Ritterrüstungen, die von echten kaum zu unterscheiden waren, und aufwändige Kostümierungen: Burgfräulein in prächtigen Gewändern und edle Ritter ließen den Auftritt der Pastettener eher wie eine perfekt inszenierte Theaterkulisse denn einen Faschingswagen erscheinen.

Jedes Jahr, kurz vor dem kommenden Faschingszug am Faschingsdienstag, lobt die Ebersberger Faschingsgesellschaft Preise aus für die vorangegangene Saison. Das soll die Teilnehmer für den nächsten Zug motivieren, sich wieder besonders viel Mühe für ihre Performance in der Innenstadt zu geben. Mit Erfolg, denn viele der Gäste im alten kino waren am Donnerstagabend der Meinung, dass die Qualität der gebauten Wagen deutlich zugenommen hat. Der zweite Preis ging an den Trachtenverein Ebersberg, der mit seiner nachgebauten „Kreidl-Alm“ die Affäre um den ehemaligen Miesbacher Landrat aufs Korn genommen hat. Mit vielen roten Gardesoldaten und der winkenden „Königin Elisabeth von Sensau“ sicherte sich der Stopselclub Tulling den dritten Platz in der Kategorie „Wagen“.

Zur Überraschung der Gäste hatte der Präsident der Ebersberger Faschingsgesellschaft, Armin Dachgruber, dieses Jahr eine neue Regelung: Es wurden auch drei Preise an teilnehmende Fußgruppen verteilt, die sich im Vergleich zu den Wägen manchmal benachteiligt gefühlt hatten. Platz eins sicherte sich die Gruppe „Der narrische Anger & Co.“ aus Pfaffing mit dem Thema „Ramses und Kleopatra machen Urlaub in Bavaria“. Auf den zweiten Platz hüpften die grasgrünen Frösche des Dirndlvereins Bruck, die mit ihrem Motto „Froschkönig“ punkten konnten. Und der dritte Preis wurde an das Partnerschaftskomitee aus Ebersberg vergeben, das als grüne Marsmännchen eine riesengroße Erdkugel abhörte, in Anspielung auf den Abhörskandal.

Die Entscheidung der Jury war nicht einfach, hätten doch noch mehrere Gruppen einen Preis verdient: So ging der gruselige „Boandl-Grama“-Wagen des Burschenvereins Oberndorf mit Sensenmann und Guillotine leer aus wie das Osen-stüberl Unterlohn mit seinem kirchlichen Prunkbau und Tebartz van-Elst. Und am Raunen der Zuschauer konnte man erkennen, dass auch die Kaminkehrer „Heiße Feger“ der Ebersberger Trachtenjugend oder die Faschingsschlümpfe der Grafinger Faschingsbären, die nicht nur „Landtagsschlumpf“ Thomas Huber, sondern auch noch einen riesigen Fliegenpilz durch die Stadt zogen, einen Preis verdient hätten.

Evi Thiermann

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