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Die Eberls auf ihrem Grundstück im Kirchseeoner Moos. Die Hütte im Hintergrund darf stehen bleiben.

Hüttenstreit im Kirchseeoner Moos 

Das schönste Weihnachten: Altes Ehepaar darf Herberge behalten

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Kirchseeon - Nach der Berichterstattung der Ebersberger Zeitung hat das Landratsamt ein Einsehen: Ein altes Ehepaar darf seine Hütte im Kirchseeoner Moos jetzt doch behalten. Ein kleines "Weihnachtswunder".

Für Georg Eberl ist es das schönste Weihnachtgeschenk, das er sich vorstellen kann. Er erfreut sich schon vor Heiligabend ausgiebig daran. Bei der derzeit milden Witterung ist er fast jeden Tag auf seinem Grundstück im Kirchseeoner Moos und werkelt herum, mit 89 Jahren. Er freut sich, dass er es so wie bisher nutzen kann – so lange er lebt. Das hat er vom Landratsamt Ebersberg jetzt schriftlich.

Vor ein paar Wochen sah Eberls Welt noch anders aus. Das Landratsamt bestand darauf, dass die kleine Hütte auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Gelände, das dem Ehepaar Erna (84) und Georg Eberl seit 35 Jahren gehört, abgerissen wird. Auch eine Sitzbank sollte verschwinden. „Das kann man dem alten Mann doch nicht antun“, schimpfte damals Schwiegersohn Manfred Fisch. „Das Grundstück mit der Hütte ist sein Leben.“ 

Ein Bett gibt es in der Hütte übrigens nicht. „Wenn es dunkel wird, fahren wir nach Hause“, beteuerte Georg Eberl. Das Ehepaar wohnt in München. Georg Eberl fährt noch selbst Auto. In einem Schreiben vom 25. September bestand das Landratsamt jedoch auf der Beseitigungsanordnung, die bereits vor rund zehn Jahren erlassen worden war.

Zu seinem Geburtstag am 3. Oktober war der Rentner deprimiert und hat laut seinem Schwiegersohn gesagt, er wolle am liebsten sterben, wenn er nicht mehr zu seinem Grundstück fahren könne. Der Schwiegersohn schrieb eine Bittbrief an das Landratsamt Ebersberg, erhielt jedoch zunächst keine Antwort. Dann wandte er sich an die Ebersberger Zeitung. Die fragte beim Landratsamt nach und die Sache bekam Schwung. Gegenüber der EZ kündigte das Landratsamt eine nochmalige Prüfung an. Und es kam zu einem Telefongespräch zwischen der Familie Eberl und der Behörde. Georg Eberl schöpfte Hoffnung.

Der Hintergrund ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar, da für alle sichtbar im Moos nicht nur Hütten, sondern sogar normale Wohnhäuser stehen. Im Landschaftsschutzgebiet Kirchseeoner Moos waren schon in der Nachkriegszeit zahlreiche Wohngebäude, Behelfswohnungen und Hütten ohne Baugenehmigung errichtet worden. Später versuchte man das zu regeln. Ein Bebauungsplan wurde erlassen, der vom Gericht wieder aufgehoben wurde. Gestritten wurde weiter.

Fakt ist: Die Hütte von Georg Eberl und seiner Frau Erna ist illegal. Über viele Jahre wurde sie geduldet, jetzt sollte sie weg. An der Rechtslage hat sich nichts geändert, heißt es jetzt vom Landratsamt. Die meisten „Schwarzbauten“ im Kirchseeoner Moos seien beseitigt oder zumindest baurechtlich geregelt. Gerade im näheren Umfeld des Grundstücks der Eheleute Eberl seien aber andere Beseitigungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Zusammen mit weiteren Punkten sowie auch wegen des hohen Alters der Eberls und der sehr langen Eigennutzung des Grundstücks durch die Eheleute entstehe aber eine Gesamtsituation, die „eine weitere Duldung rechtfertigen konnte“.

Auch Landrat Robert Niedergesäß (CSU) habe darum gebeten, alle rechtlichen Möglichkeiten zugunsten der Eheleute Eberl auszuschöpfen, erklärte seine Sprecherin Evelyn Schwaiger. Aufgrund des Schreibens des Schwiegersohns habe man unter Einbeziehung „maßgeblicher Bezugsfälle“ nochmals die Möglichkeit einer weiteren Duldung geprüft, schreibt Albin Schenk, Leiter des Bauamts im Landratsamt, in einem Brief an das Ehepaar Eberl. Er weist weiter darauf hin, dass auf eine Beseitigung der vorhandenen Anlagen „verzichtet werden kann, solange sie von ihnen, Georg Eberl und Erna Eberl, selbst genutzt werden“. Im Hinblick auf die Sonderstellung des Falles Eberl sieht das Landratsamt übrigens keinen Bezugsfall für andere Eigentümer. „Mein Schwiegervater ist selig“, erzählt Manfred Fisch. Georg Eberl bastelt auch an dem Schuppen herum. „Aber eine neue Hütte will er nicht bauen.

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