„Einiges Talent“ bescheinigten die Schüler dem Chor ihrer Lehrerinnen unter der Leitung von Susanne Römer (rechts im Bild), hier beim Auftritt in der Zornedinger Dreifachturnhalle. Foto: Edelmann

Schüler: "Danke für den Tritt in den Hintern"

Vaterstetten - Die Realschule Vaterstetten feiert in der Dreifachturnhalle in Zorneding ihre 204 Absolventen, die zum Abschluss passende Worte für ihre Eltern finden.

Baustellenbedingt fand die Abschlussfeier der Realschule Vaterstetten (RSV) heuer, wie schon im vergangenen Jahr, in der Dreifachturnhalle in Zorneding statt. Der Festlichkeit tat dies keinen Abbruch und es gab ja auch genügend gute Gründe zum Feiern: 204 Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe erhielten ihr Zeugnis der Mittleren Reife, 45 von ihnen haben in der Abschlussnote sogar eine Eins vor dem Komma.

Landrat Robert Niedergesäß durfte die drei Jahrgangsbesten auszeichnen: Isabell Raddatz und Valeria Niadbaila erreichten jeweils 1,09 und Sophia Schwarz schaffte nicht nur die Traumnote 1,0, sondern erhielt zudem noch den Evelyn-Rädler-Preis für herausragende Leistungen im Fach Englisch. Valeria Niadbaila wurde zusätzlich mit dem MINT-Preis für ihre Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern ausgezeichnet.

Zornedings Bürgermeister Piet Mayr grübelte, wie er die Absolventen amtlich korrekt ansprechen solle: „Beim Gymnasium ist der Fall klar: Abiturienten. Aber bei Euch? Mittlere Reiflerinnen und Reifler? Realschulabschlussler? Oder gar Mittelgereifte?“ Er entschied sich für „Liebe Siegerinnen und Sieger“, denn schließlich seien die Schüler ja die Gewinner des Tages. Aber, mahnte er, die Mittlere Reife sei erst der Anfang: „Ihr werdet weiterhin lernen müssen, im Idealfall bis zum Lebensende.“

Elternbeirat Andreas Hörmann sprach von der Qual der Wahl: „Ihr und Eure Eltern musstet viele Entscheidungen treffen: welcher Kindergarten, welche Schule, welcher Schulzweig, und nun: weiter zur Schule oder doch eine Ausbildung? Jeden Tag müssen wir Entscheidungen treffen, viele davon unbewusst, manche aber auch weitreichend. Diese korrekt zu treffen, ist oft schwierig. Man kann sich zwar Rat holen, muss aber letztlich nach der eigenen Überzeugung handeln. Ich wünsche Euch genug Weitsicht bei Euren künftigen Entscheidungen.“

Eine von vielen musikalischen Darbietungen während der Feier war der Song „Bridge Over Troubled Water“, dargeboten vom Lehrerchor. Schulleiterin Anita Ruppelt nahm in ihrer Rede darauf Bezug: „Eine Brücke über aufgewühltes Wasser zu sein, ist ein mutiges Versprechen. Eine Brücke zu schlagen, erfordert Geduld und Beharrlichkeit. Das Lied verspricht auch: Ich bin bei Dir - eine Hymne an die Freundschaft. Ihr konntet in den vergangenen Jahren viele Freundschaften knüpfen. Pflegt diese Freundschaften, zeigt Mut, Zuversicht und Selbstvertrauen!“

Die Schülersprecherinnen Tabea Humbert und Svenja Versen erinnerten in ihrer Rede an die vielen schönen Erlebnisse wie Skilager, Sommerfeste, Basare, Ausflüge, die Englandfahrt, den Schüleraustausch mit Frankreich und Spanien und nicht zuletzt die Abschlussfahrt. „Wir sind zu einer Familie zusammengewachsen.“ Sie dankten auch ihren Eltern: „Für das Pausenbrot, das wir doch nie gegessen haben, und für den Tritt in den Hintern.“

Susanne Edelmann

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