Fertig: Eines der Seitenteile für die Bänke, die im Frühjahr im Seewinkel aufgestellt werden. V.li.: Projektleiter Christian Maas, Maxi von der Schülerfirma, Rektor Jörn Bülck. dz

Schülerfirma produziert für Bauträger

Poing - Die Arbeiten für die fünf Sitzbänke, die im Frühjahr auf dem neuen Piratenspielplatz in Poings Seewinkel aufgestellt werden, laufen auf Hochtouren. Wir haben die Schülerfirma der Seerosenschule besucht.

Mit einem Besen entfernen die Schüler im Innenhof die übrigen Styroporreste von einem der Betontiere. Das ist nur einer von vielen verschiedenen Arbeitsschritten die es braucht, bis die Schülerfirma „Schreinerei“ des Sonderpädagogischen Förderzentrums (Seerosenschule) eine fertige Sitzgelegenheit präsentieren kann.

„Für die Bank brauchen wir ungefähr fünf Projekttage“, erzählt Sozialarbeiter und Künstler Christian Maas, der die Firma begleitet und leitet. Erst muss das Betonteil aushärten, dann geschliffen werden, später werden die Teile mit 1,30 Meter langen Holzbrettern verbunden. Fertig ist die Bank. „Was aber wirklich Zeit kostet, ist das gemeinsame Entwickeln, das Suchen nach Ideen und das Entwerfen“, berichtet Maas. Er hat bereits viele Projekte an zahlreichen Schulen in Bayern geleitet. „Mit der Seerosenschule arbeite ich schon lange zusammen und bin sehr zufrieden mit der Einstellung und Arbeit der Schüler“, lobt er. An der Schülerfirma beteiligen sich Jugendliche der 7., 8. und 9. Klassen, sowie eine 8. Klasse der benachbarten Mittelschule.

„Arbeit, von der etwas bleibt"

„Es ist keine Arbeit, die nur zur Beschäftigung oder zum Üben dient, sondern es ist eine richtige Arbeit, von der etwas bleibt“, erklärt Schulleiter Jörn Bülck. Wenn die Bänke fertig sind, können die Schüler sie auf dem Piratenspielplatz in Poing bewundern. Das motiviert.

Die Schülerfirmen, die es seit Jahren an der Seerosenschule gibt, sollen eine intensive und praxisnahe schulische Hinführung zum Berufsleben sein. Damit haben die Schüler auch für ihre spätere Karriere etwas vorzuweisen.

Die Bänke bestehen aus zwei Betontieren an den Seiten, die mit Mosaiken verziert sind, und aus einer Sitzfläche aus geschliffenen Holzdielen. Insgesamt werden für den Piraten-Spielplatz im Neubaugebiet Seewinkel fünf Bänke mit unterschiedlichen Betontieren als Stützen produziert. Die Umrisse der Tiere schneiden die Schüler aus Styropor-Dämmplatten, dann wird Beton in die Formen gegossen.

Ist alles fertig, liefern die Schüler die einzelnen Bauteile an und stellen sie dort auf, wo es der Kunde wünscht.

Eigenprodukt mit hoher Stabilität und Gratis-Service

Die „Seerosen-Schreinerei“ produziert die Bänke ausschließlich selbst und garantiert, dass sie über hohe Stabilität verfügen und einem großen Nutzungsgebrauch problemlos standhalten können. Außerdem bieten die Schüler einen kostenlosen Instandhaltungsservice und überprüfen regelmäßig den Zustand der Bänke, berichtet Schulleiter Jörn Bülck.

Die Schülerinnen und Schüler stellen ihre Arbeitsstunden nicht in Rechnung. Der Preis für die Bänke berechnet sich aus den Materialkosten und den Meisterstunden. So hat das Schülerunternehmen für alle fünf Bänke einen Gesamt-Preis von 3536,70 Euro kalkuliert.

Nachdem die Schülerfirma die Kalkulation sowie die Planung und Ausführung die Bänke der Arbeitsgemeinschaft der Bauträger und Investoren (ARGE) Am Bergfeld präsentiert hatte, hat diese vertraglich zugesichert, fünf dieser Bänke zu kaufen. Die ARGE ist nicht der erste und einzige Kunde: Ende vergangenen Jahres hatten die Seerosenschüler bereits eine Bank mit Seitenteilen in Wildschweinform für den Innenhof des Landratsamtes Ebersberg gebaut.

Julia Tremmel

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