Fledermaus soll Straße verhindern

Schwaberwegen - Die Gegner einer Ortsumfahrung von Schwaberwegen (Gemeinde Forstinning) durch den Forst bringen sich in Stellung.

Jetzt kündigte Kerstin Mertens, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst an, „mit allen gesetzlich zulässigen Mitteln gegen jede geplante Trassenführung durch den Ebersberger Forst vorgehen“, zusammen mit den Kreisgruppen des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) und der Kreisgruppe des Bund Naturschutz. Alle zulässigen Mittel könnte auch eine Klage bedeuten. Dafür ist die Schutzgemeinschaft gerüstet, kann sie doch auf finanzielle Rücklagen verweisen, wie bei der Mitgliederversammlung der Organisation deutlich wurde.

„Es ist tatsächlich ernst“, so Mertens bei der Versammlung in Kirchseeon. Bis Ende des Jahres wolle das Straßenbauamt Rosenheim der Gemeinde Forstinning einen Vorentwurf für die Schwaberwegener West-Umfahrung der Staatsstraße 2080 vorlegen. Der Rand des Forsts solle mit der geplanten Trasse angeschnitten werden, um die Straße von Ebersberg kommend westlich um Schwaberwegen herum nach Norden zur Autobahn zu führen. „Das sind zwar Randbereiche“, so Mertens. Ab es sei wie bei einem Keks. Zunächst knabbere man am Rand „und dann ist der Keks weg“. Das will die Schutzgemeinschaft verhindern. Bisher werde gesagt, bei einer derartigen Trasse sei in Bezug auf die Umwelt alles in Ordnung, so Mertens. Es heiße, man habe „nichts Wichtiges gefunden“. Dem halten die Verbände jetzt in einer gemeinsamen Erklärung entgegen, durch die Trasse werde unter anderem alter Eichenbestand zerstört. Zudem hätte man dort viele Bechstein-Fledermäuse nachweisen können. Sie stehen auf der Roten Liste der besonders schutzwürdigen Tiere der gesamteuropäischen Fauna. „Im Ebersberger Forst hat die Bechstein-Fledermaus ihr einziges Sommerquartier mit Fortpflanzungsnachweis in Oberbayern“, betont Mertens. Die Zerstörung dieser Biotope könne nicht „mit ein paar Ausgleichsflächen“ verrechnet werden, die Jahrzehnte benötigten, um sich zu passenden Lebensräumen zu entwickeln.

Schutzgemeinschaft, LBV und Bund Naturschutz wollen sich nun gemeinsam an die Verantwortlichen bis hin zu Umweltministerin Ulrike Scharf wenden und dabei auf den Wert des Waldes und des Forsts im Speziellen für den Klimaschutz hinweisen. Klimaschutz beginne vor der eigenen Haustür, so das Argument. Und: „In jeder Imagebroschüre über den Landkreis wird die herausragende Bedeutung des Ebersberger Forstes hervorgehoben und mit dem ,Grünen Herzen im Münchner Osten, geworben. Doch sobald die Suche nach möglichen Umfahrungsstraßen beginnt, rangiert der Forst an erster Stelle.“

Von Robert Langer

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