Das, was Bürgermeister Josef Schwäbl, beim Neujahrsempfang am Sonntag zu sagen hatte, verstand dieses kleine Mädchen noch nicht. Trotzdem erlebte es im Gemeindesaal in Alxing vergnügliche Momente. Foto: Stefan Rossmann

Schwäbl fordert Respekt und Wertschätzung

Bruck - Bürgermeister spricht beim Neujahrsempfnag über das Zusammenleben nach dem Bürgerentscheid und mahnt zu Achtung vor der Meinung anderer.

In der Gemeinde Bruck, bevölkerungsmäßig die kleinste Kommune im Landkreis Ebersberg, ist manches anders als in anderen Gemeinden. Hier gibt es beim Neujahrsempfang eine Spielecke für Kinder. Der Bürgermeister spricht von einer persönlichen Einladung und hat damit Recht. Denn der Rathauschef zahlt privat für die komplette Veranstaltung, von den Weißwürsten über die Getränke bis zur Musik. „Da lasse ich mir nichts nachsagen“, sagte Josef Schwäbl.

„Respekt und Wertschätzung“ waren zentrale Begriffe in der Rede des Bürgermeisters im Gemeindesaal in Alxing. Er meinte damit auch die Achtung vor der Meinung anderer. Konkreter Anlass: Der Bürgerentscheid zum geplanten Gewerbegebiet.

„Die Bürger haben abgestimmt, die Gemeinde hat die Aufgabe, das jetzt umzusetzen“, sagte Schwäbl. Er appellierte, den Vertretern der unterschiedlichen Positionen Respekt entgegen zu bringen. Dabei müsse man sich auch selbst etwas zurücknehmen. Schwäbl will mit gutem Beispiel vorangehen. „Wenn ich keinen Respekt mehr hätte, dann wäre das für mich etwas Schlechtes, das würde mich belasten.“

Vielleicht fehle manchen heute die Erfahrung, räumte Schwäbl ein. Er erinnerte daran, dass es im Jahr 1997 schon einmal einen Bürgerentscheid in der Gemeinde Bruck gegeben habe. Damals war das Thema das Abwasser. Damals sei von allen möglichen Seiten alles mögliche behauptet worden. „Ob es nun die Wahrheit war oder nicht.“ Es habe Verletzungen und Verunglimpfungen gegeben. „Da sind unschöne Dinge passiert.“ Das habe sich gelegt. Nur so könne man weiter zusammenarbeiten. Auch heute müsse nach der Abstimmung „Schluss sein mit den Konflikten, wie es auch damals war“. Der damalige Kompromissvorschlag sei übrigens von ihm gekommen, so Schwäbl.

Zum Thema Asyl betonte Schwäbl: „Wir wollen helfen, wir können helfen, aber irgendwann gibt es eine Grenze.“ Die Kommunen und die Bevölkerung dürfe nicht überlastet werden. Die Gemeinde Bruck werde auch Flüchtlinge aufnehmen. „Der Gemeinderat steht voll hinter einer Containerlösung.“ Schwäbl setzte sich für eine „humane Unterbringung“ ein. Das gehöre „in unserer Luxuszeit dazu“. Die Gemeinde sei „auf einem guten Weg“. Schwäbl sicherte Landrat Robert Niedergesäß, der unter den Gästen war, eine schnelle Umsetzung zu. Gleichzeitig nahm der Bürgermeister den Landrat in die Pflicht. Der solle nämlich bis diese Unterkunft fertig sei, den örtlichen Gemeindesaal nicht mit Flüchtlingen belegen. „Sonst lade ich dich nicht mehr zum Neujahrsempfang ein“, so Schwäbl zu Niedergesäß. „Nicht weil ich nicht möchte, aber dann haben wir keinen Raum mehr.“ Und Schwäbl zählte eine ganze Reihe von Aktivitäten auf, die in diesem Saal stattfinden.

Niedergesäß betonte: „Wir haben es bisher geschafft, noch keinen einzigen Bürgersaal, noch keine einzige gemeindliche Immobilie in Beschlag zu nehmen. Und so soll es auch bleiben.“ In anderen Landkreisen sei das anders. „Wir haben es bisher in allen Gemeinden vernünftig geschafft.“

Unter den geladenen Gästen des Neujahrsempfangs war übrigens eine siebenköpfige Familie aus Ägypten. „Die haben wir vor der Obdachlosigkeit gerettet“, erklärte Schwäbl. „Das sind nette Leute.“ Sie leben in einer Gemeindewohnung. Als Asylbewerber würden sie der Gemeinde nicht angerechnet, bedauert Schwäbl.

Robert Langer

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