1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg

Schwäbl kritisiert "Boom des Dagegenseins"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Hans Pröbstl (li.) und Karl Schubert (re.) wurden von Bürgermeister Josef Schwäbl für ihr Engagement bei der Feuerwehr ausgeichnet – mit „Löschwasser“. jro
Hans Pröbstl (li.) und Karl Schubert (re.) wurden von Bürgermeister Josef Schwäbl für ihr Engagement bei der Feuerwehr ausgeichnet – mit „Löschwasser“. jro

Bruck - Wie mache ich die intelligenten Menschen gesellschaftsfähig?“ Das war eine der provokativen Fragen, die Brucks Bürgermeister Josef Schwäbl beim Neujahrsempfang im Gemeindesaal Alxing stellte.

Der Rathauschef bedauerte, dass viele Menschen in ihren Spezialgebieten viel Wissen anhäufen würden. „Natürlich brauchen wird das.“ Aber: Es fehle am „ganzheitlichen Denken“.

Schwäbls Lösung: Man müsse schon bei den Kindern und Jugendlichen anfangen, sie in die Gemeinschaft einzubinden. Und später sei es dann das ehrenamtliche Engagement, ohne das ein Gemeinwesen nicht funktioniere.

Gedanken macht sich Schwäbl auch über die Entwicklung zu einer „Gegenrepublik Deutschland“. Der „Boom des Dagegenseins“ sei fast nicht mehr zu stoppen. „Hauptsache dagegen, doch die meisten wissen nicht einmal warum.“

Der Bürgermeister erinnerte an die Proteste gegen „Stuttgart 21“. Er wolle jetzt nichts zum Projekt selbst sagen, nur zum allgemeinen Vorgehen, so Schwäbl. Es gebe bei großen Projekten immer Gewinner und Verlierer, Bevorteiligte und Benachteiligte. Es sei auch vollkommen richtig, dass Projekte hinterfragt werden würden, dass Bürger Einsprüche erheben. 13 000 Einwendungen seien bei „Stuttgart 21“ bearbeitet worden. Aber irgendwann müsse eine Entscheidung durch die Verantwortlichen fallen, die dann auch umgesetzt werde. Sonst würden Mandatsträger und entsprechende Gremien überflüssig.

Skeptisch ist Schwäbl gegenüber „neuen Helden“ und „vermeintlichen Heilsbringern“, die aus den Protesten hervorgingen. „Es ist einfach, dagegen zu sein, ohne in der Verantwortung stehen zu müssen.“ Man dürfe schon mal die Fragen stellen, was diese Leute gelernt hätten, wo sie sich schon ehrenamtlich engagiert hätten und „woher sie das Geld haben?“, so der CSU-Politiker.

Von Robert Langer

Auch interessant

Kommentare