„Das ist doch klar“: Landrat Gottlieb Fauth. Foto: sro

Das Schweigen des Gottlieb F.

Landkreis Ebersberg - Es geht um die finanzielle Zukunft des Landkreises, um dramatisch steigenden Schulden, um Kredite und um Investitionen. Von Landrat Gottlieb Fauth (CSU) war dazu in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses nichts Zukunftsweisendes zu hören.

Die aktuelle Debatte um den Haushalt 2012 und die Frage, wie hoch die Gemeinden im aktuellen Haushalt zu Gunsten des Landkreise belastet werden sollen, war in der Sitzung quasi nur noch ein Randthema. Im Vorfeld hatte es einen schon länger vorbereiteten Antrag der Grünen zur langfristigen Entwicklung und zu Sparstrategien gegeben. Kurzfristig kamen auch noch Reaktionen von CSU, SPD und Freien Wählern (wir berichteten). Die Diskussion im Ausschuss war dann ruhiger. Noch ruhiger war Landrat Gottlieb Fauth. Er beteiligte sich nämlich mit der Ausnahme einer kleinen Randbemerkung nicht an der Debatte, verfolgte die Diskussion oft stehend und mit geradem Blick nach vorne. Grünen-Kreisrat Benedikt Mayer richtete am Schluss das Wort direkt an Fauth. „Wir reden jetzt schon eineinhalb Stunden. Ich würde gerne wissen, was Sie dazu sagen.“ Die Antwort des Landrats: „Das ist doch klar.“ Er sei für Ausgewogenheit zwischen den Gemeinden und dem Landkreis.

Ebersberg könnte in der Reihenfolge der am höchsten verschuldeten Landkreise in Oberbayern bald an sechster Stelle stehen, hatte Kreisfinanzchefin Brigitte Keller eingangs der Debatte betont. In ihren Vorbericht heißt es unter anderem: „Das Investitionsvolumen ist historisch hoch und kann auf diesem Niveau nicht bleiben.“

Alle Vorschläge sollen nun zunächst in der „Projektgruppe Politik und Verwaltung“ vorberaten werden. Keller strebt einen breiten Konsens an, damit die möglichen Regelungen künftig auch tatsächlich eingehalten werden. Rudolf Heiler (Freie) forderte unter anderem eine Auflistung, welche Investitionen geplant werden und wie sie finanziert werde sollen. Und Josef Schwäbl (CSU) betonte ebenfalls: „Wir brauchen eine Liste und sollten dann nicht von ihr abweichen.“ Albert Hingerl (SPD) warnte jedoch vor „Panikmache“.

Von Robert Langer

Einen Kommentar zu diesem Thema finden Sie in der Printausgabe der Ebersberger Zeitung vom 25. Januar.

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