Schwimmbad: Die Glonner sollen selbst entscheiden

Glonn - Nun soll der Bürger entscheiden: Nach langer und intensiver Diskussion ist die CSU-Fraktion zu der Erkenntnis gekommen, dass über die Sanierung des Hallenbades mit Hilfe eines Bürgerentscheids entschieden werden soll. Ein entsprechender Antrag an den Gemeinderat wurde in der Gemeindeverwaltung abgegeben.

„Es ist die schwierigste Entscheidung in meiner Amtszeit“, sagte CSU-Fraktionssprecher Georg Raig gegenüber der Ebersberger Zeitung. Der Nutzen des Hallenbads für die Vereine und die Bevölkerung stehe außer Frage, so Raig. Allerdings seien in den Augen seiner Fraktion neben dem Nutzen auch die Kosten zu bewerten. In ihrem Antrag führt die CSU folgende Kosten auf: Das jährliche Defizit des bestehenden Hallenbades betrug in den letzten drei Jahren zwischen 150 000 und 170 000 Euro, wovon auf die Marktgemeinde 130 000 bis 150 000 Euro fielen. Dieser Betrag beinhaltet Wartungs- und Reparaturkosten von 5000 bis 20 000 Euro. Laut den beiden im Gemeinderat vorgestellten Gutachten würde sich das Defizit nach der Sanierung des Hallenbades verringern. Die Baukosten für die Sanierung liegen bei rund 1,6 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der Daten der beiden Ingenieurbüros liegt das Defizit nach einer Sanierung zwischen 100 000 und 140 000 Euro. Bei einer ähnlichen Kostenaufteilung zwischen Marktgemeinde und Verwaltungsgemeinschaft wie bisher ergäbe sich für die Gemeinde Glonn ein jährliches Defizit zwischen 80 000 und 120 000 Euro.

„Aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen wird sich die bisherige Aufteilung der absoluten Werte wohl in Richtung Glonn verschieben“, befürchtet Raig. „Verwendet man die Daten und legt eine Nutzungszeit von 30 Jahren eines sanierten Hallenbades zugrunde, so belaufen sich die Kosten für die Marktgemeinde - ohne Berücksichtigung der Inflation und weiterer Reparaturkosten - auf rund fünf Millionen Euro“, heißt es in dem Antrag des CSU. Das sei mehr als die aktuelle Gesamtverschuldung des Gemeinde und der mit Abstand größte Einzelposten der so genannten freiwilligen Leistungen. „Daher wird eine Sanierung des Hallenbades zwangsläufig die Möglichkeiten der freiwilligen Leistungen der Gemeinde stark beeinflussen“, konstatiert der CSU-Fraktionssprecher.

„Diese zukunftsweisende Entscheidung wollen wir in die Hände der Glonner Bürger legen“, sagte Gemeinderat Manfred Deprée (CSU). Er hält den Bürgerentscheid für ein gutes Instrument, da die Politik immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt sei, wichtige Entscheidungen ohne die betroffenen Bürger zu fällen. Ein Gemeinderat kann auch selbst beschließen, dass über eine Angelegenheit des eigenen Wirkungskreises ein Bürgerentscheid stattfinden soll (Ratsbegehren).

Der Bürgerentscheid könnte zusammen mit der Landtags- oder Bundestagswahl im September stattfinden, dadurch entstünden kaum Mehrkosten.

Christine Gerneth

Auch interessant

Kommentare