Bernhard Rappold zeigt stolz seinen Pokal und das Ehrenband seiner Auszeichnung zum „Champion“ auf der Leipziger „Lipsia“, der größten Ausstellung von Rassetauben. Foto: oh

Seine Liebe gehört dem Verkehrtflügelkröpfer

Grafing - Der gelernter Metzgermeister und Viehhändler Bernahrd Rappold aus Straußdorf handelt mit Rindern und Kälbern. Sein Hobby allerdings sind Rassetauben, seine Liebe gehört dem „Verkehrtflügelkröpfer“. Unter anderem.

Im Alter von elf Jahren bekam Bernhard Rappold seine ersten Tauben. Heute ist er 38 Jahre alt. Neben seinem Haus stehen mehrere Tauben-Volieren, da flattert es ununterbrochen, denn einige Duzend Rassetauben haben dort ihr „Zuhause“.

„Es gibt 250 zugelassene Tauben-Rassen“, berichtet Rappold, „ich konzentriere mich aber auf nur drei Rassen: das ist die „Verkehrtflügelkröpfer“-Taube, die „Luchstaube“ und die „Elsterkröpfer“. Diese Rassen, vor allem die „Verkehrtflügelkröpfer“ sind sehr schwer zu züchten“ verrät Rappold, „zum Glück hatte ich einen hervorragenden Lehrmeister, der mir unendlich viel beigebracht hat“. Mit Wehmut und Hochachtung spricht er von Anton Meltl, dem Aßlinger Rassetaubenzüchter, der vor sechs Jahren im Alter von 83 Jahren gestorben ist.

Dieser väterliche Freund war mit Leib und Seele und Zeit seines Lebens Taubenzüchter. Diesem Hobby war Anton Meltl so sehr verbunden, dass auf seinem Sterbebild nicht etwa ein christliches Symbol abgebildet ist, sondern eine Rassetaube, und zwar der „Verkehrtflügelkröpfer“.

Rappolds selbst gezüchteten Rassetauben sind begehrte Kaufobjekt in aller Welt. Er verkauft sie in die USA, nach ganz Europa und in die Arabischen Emirate. „Ein großes Geschäft mit viel Profit ist das allerdings nicht, denn die heute notwendige Pflege, das Spezialfutter, die viele Arbeit und das Reisen verschlingen Unsummen.“

Seine letzte große aber sehr bedeutende Reise führte den Straußdorfer im Dezember 2011 nach Leipzig. Wenn er davon erzählt, gerät er ins Schwärmen. Auf der „Lipsia“, der weltweit größten Schau des „Verbands Deutscher Rassetaubenzüchter“, hat Bernhard Rappold einen überragenden Preis erhalten. Mit seinem schönsten „Verkehrtflügelkröpfer“ hat er den höchsten Preis, den Championtitel mit der höchstmöglichen Punktzahl errungen. Nicht weniger als 32 500 Rassetauben aus ganz Europa wurden auf der dreitägigen „Lipsia“-Bundesschau gezeigt. Für Bernhard Rappold war nach 2006 mit dem erringen der Europameisterschaft und des Europachampionats diese Auszeichnung seines „Verkehrtflügelkröpfers“ ein „Sechser im Lotto“.

Die Rasse der „Verkehrtflügelkröpfer“, auch kurz „Verkehrer“ genannt, ist eine imposante, große, hoch und aufrecht stehende Kropftaube mit langer und voller Fußbefiederung. Ihre Zeichnung entspricht der Elsterzeichnung - bis auf die über den Schnabelwarzen beginnende, breit angesetzte Schnippe. Die Taube wird in den Farben schwarz, blau, rot und gelb gezüchtet. Bei entsprechender Haltung und Pflege lässt der „Verkehrer“ schnell sein zutrauliches Wesen erkennen. Die Zahmheit wird durch die allgemein praktizierte Volierenhaltung noch gefördert. Eine überdachte Voliere trägt wesentlich zur Pflege des „Verkehrers“, insbesondere auch des Fußwerks, bei.

Von Otto Hartl

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