Sendemast soll umziehen

Zorneding - Einstimmig hat der Zornedinger Gemeinderat seinem Unmut über die Vodafone D2 GmbH Ausdruck verliehen. Die betreibt gegenüber der Kindertagesstätte „Naturkinder St. Georg“ auf einem Privatgrundstück einen genehmigungsfreien Mobilfunksendemast.

Aufgestellt worden ist dieser, weil der Mobilfunkbetreiber den nördlichen Zornedinger Ortsteil Pöring bisher nur schlecht versorgen konnte. In der Juli-Sitzung des Gemeinderats war die Montage und baldige Inbetriebnahme des Mastens kurz vor der Sommerpause bekannt geworden, Grünen-Fraktionssprecher Helmut Obermeier forderte, die Gemeinde möge bei dem Mobilfunkbetreiber förmlich insistieren. Wenngleich man auch schon damals die Wirkung eines Aufbegehrens als recht gering einstufte.

Nun fasste das Ratsgremium einen deklaratorischen Beschluss: Die Gemeinde fordert den Mobilfunkbetreiber auf, „die Sendeanlage abzubauen und auf den Behördenfunkmasten umzuziehen“. Der 40 Meter hohe Masten für den digitalen Behördenfunk (BOS) steht im Westen der Gemeinde nahe des Betriebsgeländes einer Firma, die Papier wiederverwertet, und ist für jeden Autofahrer, der auf der Zornedinger Westumgehung unterwegs ist, gut zu sehen. „Die Gemeinde Zorneding protestiert mit Nachdruck gegen die erfolgte Errichtung einer Mobilfunkanlage in der Eglhartinger Straße in Pöring“, lautet der erste Satz des beschlossenen Statements. Ausdrücklich missbilligt werde, dass „der Standort sich in unmittelbarer Nähe zur neu errichteten Kindertagesstätte Pöring befindet, vor Abschluss eines entsprechenden Vertrags mit dem Grundstückseigentümer keine diesbezügliche Mitteilung an oder Nachfrage bei der Gemeinde erfolgte“ und dass „der mehrfach und schriftlich geäußerten Bitte des Bürgermeisters auf Mitnutzung des sogenannten BOS-Sendemastens nahe der Firma Ammer nicht nachgekommen wurde“. Ursula Roth von den Freien Wählern wies auf den Mobilfunkpakt II hin, in dem vereinbart sei, dass ein Netzbetreiber vorher informiere. Die Protestnote gelte es deshalb zu unterstützen, wenngleich es auch schade sei, dass damit wohl nichts mehr bewirkt werden könne. Ulrich Fischer von der früheren Bürgerliste kritisierte den Mobilfunkpakt II generell, denn er sei nun einmal nur „eine freiwillige Vereinbarung“.

Nicht erörtert wurde in der kurzen Aussprache, dass der staatliche BOS-Betreiber aus Sicherheitsgründen andere Mobilfunkfirmen auf seinen Masten nicht duldet.

Von Eberhard Rienth

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