Amtsgericht Ebersberg
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Vor dem Amtsgericht Ebersberg muss sich ein 20-Jähriger aus dem südlichen Landkreis wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung verantworten

20-Jähriger steht wegen Vergewaltigung vor Gericht

Auf Grafinger Faschingsball: Sex-Attacke im Eisbärenkostüm?

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Es sind schwere Vorwürfe, die gegen den heute 20-Jährigen aus dem südlichen Landkreis Ebersberg erhoben werden. Es soll bei einem Faschingsfest in Grafing ein damals 15-jähriges Mädchen sexuell genötigt und vergewaltigt haben.

Landkreis - Die Anklage der Staatsanwältin vor dem Jugendschöffengericht gegen den 20-jährigen Mann wiegt schwer. Was ihm zur Last gelegt wird, soll sich vor zwei Jahren vor der Grafinger Stadthalle zugetragen haben. Ein Urteil erging noch nicht. Der Prozess wird am Dienstag, 23. März, fortgesetzt.

Staatsanwaltschaft: Angeklagter fotografierte die Brüste des Mädchens

Das Mädchen war mit seinen Eltern, seiner älteren Schwester und Freunden auf der Feier. Klar scheint zu sein, dass die damals 15-Jährige mit dem Angeklagten nach draußen gegangen ist, um eine Zigarette zu rauchen. „Einvernehmlich“, sagt der Angeklagte. Was dann passierte ist, da gehen die Aussagen auseinander. Der Angeklagte, der ein Eisbärenkostüm trug, soll laut Staatsanwältin versucht haben, das Mädchen in einem Teufelskostüm zu küssen sowie ihm das Oberteil hochgeschoben und ein Foto von seinen Brüsten gemacht haben. Danach soll es zu sexuellen Handlungen gekommen sein.

Angeklagter will betrunken gewesen sein

Später soll sich das Mädchen noch einmal mit dem Angeklagten draußen getroffen haben. Die 15-Jährige habe Angst gehabt, dass dieser das Foto veröffentlichen könnte. Danach sei es zu der Vergewaltigung gekommen. Von Richter Nikol direkt angesprochen, sagte der Angeklagte: „Ich kann mir nicht vorstellen, so eine Tat zu begehen.“ Er sei betrunken gewesen. Eine Zeugin sagte aus, er habe beim Gehen geschwankt und ein bisschen gelallt.

Das Mädchen hat seine Version des Geschehen ein paar Tage später einem Freund erzählt. Dieser sagte vor Gericht, er habe der 15-Jährigen zunächst nicht geglaubt. Dann habe ihm das Mädchen seine Verletzungen gezeigt. Zeugen erklärten vor Gericht, dass der Angeklagte zudringlich werden könne, wenn er getrunken hat.

Kripo: Jugendliche macht glaubwürdigen Eindruck

„Ich habe gespürt, dass da was ist“, sagte die Schwester im Gerichtssaal. Sie haben sich beim Duschen eingeschlossen, erklärte die Mutter vor Gericht. Das Mädchen war in psychologischer Behandlung. Bei ihrer Vernehmung habe die Jugendliche einen glaubwürdigen Eindruck gemacht, hieß es von der Kripo.

Beim nächsten Termin sollen nun u.a. die Strumpfhose des Mädchens sowie das Eisbären-Kostüm des Angeklagten in Augenschein genommen werden. Zudem soll die Mutter des Angeklagten aussagen. Zudem wird ein Film mit einer Zeugenaussage des Mädchens gezeigt.

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