Der kanadische Projektkoordinator des deutschen Shorttrack-Verbandes, Guy Thibault (hi., rechts), war in Begleitung von DESG-Teamleiter Matthias Kulik (hi., l.) zum dritten Mal am Verbandsstützpunkt in Grafing zu Gast. foto: stefan rossmann

Shorttrack: Besuch vom Trainer der Trainer

Grafing - DESG-Projektkoordinator beobachtet die Shorttrack-Talente und Übungsleiter beim EHC Klostersee und gibt Tipps.

Ganz unscheinbar stand er an der Bande, beobachtete mit schwarzer Jacke und schwarzer Mütze eingehend das Treiben der Grafinger Shorttracker auf dem Eis. Guy Thibault, ein Franko-Kanadier in Diensten der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), nahm nicht nur die Talente des EHC Klostersee unter die Lupe, sondern auch die Übungsleiter der kleinen Sparte. Er ist der so genannte „Coach the coaches“, eine Art Bundestrainer für die Vereins- und Stützpunkttrainer.

Der 46-Jährige ist seit Oktober 2010 in beratender Funktion für den Verband tätig und soll helfen, das Shorttrack in Deutschland gerade im Hinblick auf die nächsten Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi in 2014 auf eine neue, leistungsstärkere Ebene zu hieven und spricht sich auch mit Bundestrainer Mike Kooreman bzw. Miroslav Boyadshiyev (Co-Trainer und Nachwuchs) ab. Thibault, zweifacher Olympia-Teilnehmer für Kanada (1988 und 1992), gilt als ausgewiesener Experte. Davon konnten sich vier Klosterseer Trainer nach der Übungseinheit auf dem Eis am Dienstag auch ein intensives Bild machen.

Der Ex-Coach der kanadischen, aber auch amerikanischen Shorttracker und zugleich Lehrmeister von Eric Bédard (dem ehemaligen Bundestrainer des langjährigen EHC-Aushängeschilds Susanne Rudolph) klappte seinen Laptop auf. Trainingspläne anhand eines Beispiels („Opfer“ war das 15-jährige Talent Maxi Kroner) wurden von ihm analysiert, Diagramme bezüglich Gewicht, Zeiten oder Körperfett miteinbezogen. EHC-Cheftrainerin Renate Ulrich, Christine „Mimi“ Pollnow, Karin Zellhofer und auch „Suse“ Rudolph lauschten gespannt den Ausführungen des 46-Jährigen.

Doch es war kein reiner Vortrag über Leistungsdiagnostik, sondern eher ein Miteinander. „Ich höre gut zu“, sagte Guy Thibault. Er wolle „Positives bewirken“, Denkanstöße für die tägliche Arbeit an der Basis geben, dies als Ergänzungen verstanden wissen. „Ich kenne die Kinder und Jugendlichen ja nicht, aber die Trainer hier vorort kennen sie.“ In Grafing sei der Nachwuchs in besten Händen, lobte der Kanadier die gute Arbeit des Teams um DESG-Verbandsstützpunkttrainerin Renate Ulrich. „Ich bin froh, wenn er uns Tipps gibt und wir setzen das ja auch um“, gab EHC-Abteilungsleiterin Ulrich das Lob sofort zurück.

Es gelte weitere Profile anzulegen und zu pflegen, um eine Verbesserung zu erzielen, so Thibault. Vieles müsse in enger Absprache mit dem Bundesstützpunkt in München erfolgen. Im Januar, so versprach der Trainer der Trainer, werde er wieder nach Grafing an den Verbandsstützpunkt kommen. Für weitere informative Gespräche und Beobachtungen. Zum vierten Mal. Dazu mit einem Radl (Ergometer) im Gepäck. Ganz unscheinbar, aber mit großer Wirkung.

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