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Das hat sich gewaschen

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Schiebetüren wie bei einer Duschkabine: Georg Häuslmann, 2. Kommandant, beim Bedienen der Anlage. foto: jro
Schiebetüren wie bei einer Duschkabine: Georg Häuslmann, 2. Kommandant, beim Bedienen der Anlage. foto: jro

Oberndorf - Das Haus der Freiwilligen Feuerwehr Oberndorf sieht von außen recht unspektakulär aus. Doch im Inneren befindet sich ein wahrer Feuerwehr-Traum: Die zurzeit modernste Schlauchwaschanlage des Landkreises steht hier im Keller.

Früher befand sich die „Schlauchpflegestelle“ in Ebersberg, doch nun werden die Schläuche aller drei Feuerwehren (Egglburg, Ebersberg, Oberndorf) in Oberndorf gewartet. Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer machte sich ein Bild von der fortschrittlichen Anlage (wir berichteten).

Georg Häuslmann, stellvertretender Kommandant, nimmt einen Vorführ-Schlauch und schließt ihn an das Gerät an. „Das ist einer mit Loch“, verrät er. Danach drückt er am „Touch-Screen“ ein paar Tasten und schon zieht die Anlage, spritzend und mit Getöse, den Schlauch hinein. In einem blauen Kasten wird er zunächst von Ruß und Schlamm befreit, das dreckige Wasser fließt ab. Je nach Verschmutzungsgrad verbrauche die Maschine zwischen sechs und zehn Liter Wasser.

Weiter geht’s ins Innere auf eine sich gegen den Uhrzeigersinn drehende Vorrichtung. Sobald der Schlauch ganz eingezogen ist, fängt er auch schon an, sich unter dem Druck des hereinströmenden Wassers zu wölben. „Jetzt wird geprüft, ob er dicht ist“, erklärt 1. Kommandant Johannes Reichert über den Lärm hinweg. Nach dieser Prozedur kommt der Schlauch auf der anderen Seite sauber wieder heraus und kann nach kurzem „Ausquetschen“ in den Trockenturm gehängt werden. Das Prüfwasser läuft zur Wiederverwertung ab. Häuslmann greift zum Stift und markiert ein kleines Loch im Schlauch. „Das können wir flicken“, sagt er. Das sei wichtig, denn unter Umständen verursache ein geplatzter Schlauch einen größeren Schaden als die Brandstelle in einem Gebäude.

Auf 16 Quadratmeter können mit dieser Anlage rund 25 Schläuche pro Stunde gewaschen, geprüft und gepflegt werden. Anfang August wurde das Gerät für 47 000 Euro gekauft. Mit rund 16 000 Euro förderte der Freistaat Bayern die Anlage, den Rest bezahlte die Stadt Ebersberg aus eigener Tasche. Da die Feuerwehrschläuche nun der europäischen Geräteprüfverordnung entsprechen müssen, sah die Kommune Handlungsbedarf.

Reichert erklärt, das neue Gerät sei „eine enorme Arbeitserleichterung“. Allerdings habe man die Maschine abrüsten lassen. Da die Feuerwehr Oberndorf über einen Trockenturn verfüge, habe man auf dieses Zusatzelemet verzichtet. Außerdem spare sie der Gemeinde dadurch auch Geld.

Von Fabian Meyer

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