Teure Gefahrenstelle: Bei der Ertüchtigung des Bahnübergangs in Weiching muss die Stadt Ebersberg mit erheblichen mehrkosten rechnen. Foto: stefan Rossmann

Sicherheit kommt teuer

Ebersberg - Die Stadt Ebersberg muss für den Ausbau des Bahnübergangs in Oberndorf tiefer in die Tasche greifen.

Deutlich teurer als gedacht kommt die Stadt Ebersberg der Ausbau des Bahnübergangs an der Weidinger Straße in Oberndorf. Die Verbreiterung der Straße verursacht statische Probleme, wie ein Vertreter der Deutschen Bahn in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses im Stadtrat Ebersberg informierte. Der Mehraufwand für die Stadt beläuft sich auf 75 000 Euro.

Es führt offenbar kein Weg daran vorbei: Die Weidinger Straße, die in einem Knick nach Norden die Gleise kreuzt, muss aus Sicherheitsgründen auf mindestens 5,5 Meter verbreitert werden, damit zwei Lastwagen gefahrlos aneinander vorbeifahren können.

Diese Notwendigkeit habe umso mehr an Bedeutung gewonnen, seit die Bahn auf der Strecke nach Wasserburg (im Volksmund Filzenexpress) vor einigen Monaten den Stundentakt eingeführt hat, erklärte der Bahnvertreter. Und dieser Takt könne nur ein gehalten werden, wenn auf der Strecke 80 Kilometer pro Stunde gefahren würden und nicht etwa nur zehn Kilometer pro Stunde, was der Bahnübergang in seiner jetzigen Form aber eigentlich verlange.

Die Kosten für die Ertüchtigung des Bahnübergangs teilen sich Bund, Bahn und die Stadt Ebersberg zu gleichen Teilen. Nun aber ist die ursprüngliche Planung nicht mehr zu halten. Statt insgesamt rund 670 000 Euro rechnet man mit knapp 900 000 Euro für das Vorhaben.

Notwendig wird nämlich eine Stützmauer entlang der abschüssigen Grundstücke im Süden der Gleise. Hier wollte man eigentlich mit einer Spundwand aus Stahl das Gelände sichern. Dies sei statisch aber an dieser Stelle nicht machbar, sagte der Bahnvertreter. Darum muss auf einer Länge von 50 Metern eine Bohrpfahlwand aus Betonrohren mit einem Durchmesser von etwa einem Meter eingebaut werden. Der Beginn der Baumaßnahmen soll im August sein, damit man noch Ende Oktober fertig wird, bevor das Wetter dem Vorhaben wieder einen Strich durch die Rechnung macht. 75 000 Euro Mehrkosten, das ging dem Gremium angesichts der Finanzlage der Stadt Ebersberg zwar gehörig gegen den Strich.

„Eine solche Kostenmehrung, das ist schon ein Schildbürgerstreich“, klagte Hans Mühlfenzl (SPD). Aber die Notwendigkeit bleibe bestehen, und die Verträge seien gemacht, konterte der Dritte Bürgermeister Josef Riedl (CSU): „Letztlich müssen wir das akzeptieren, da sind wir ohnmächtig.“

Uta Künkler

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