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Sicherheitswacht im Gespräch

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Kirchseeon - Wegen der zahlreichen Einbrüche in den vergangenen Wochen wenden sich Kirchseeoner hilfesuchend an die Gemeinde.

Sollen nachts zwei Männer eines Sicherheitsdienstes Streife gehen? Diese Frage beschäftigt gegenwärtig den Kirchseeoner Gemeinderat. Auslöser ist die Einbruchserie im Landkreis in den vergangenen Monaten.

Bürgermeister Udo Ockel (CSU) hatte das Thema von sich aus auf die Tagesordnung am Montagabend gesetzt. Im Rathaus seien „Hauseigentümer wegen der Wohnungseinbrüche in den zurückliegenden Monaten“ vorstellig geworden, berichtete der Rathauschef. Deshalb habe seine Verwaltung einfach einmal verschiedene Informationen zusammengetragen. Demnach lassen andere Gemeinden „zentrale Brennpunkte wie Parkhäuser oder Bahnhöfe in unterschiedlicher Intensität von privaten Sicherheitsdiensten überwachen“. Zweitens, so Ockel weiter: „Grundsätzlich kann jede Art der Bewachung eingekauft werden, wobei man aber davon ausgehen muss, dass gerade zur Nachtzeit mindestens zwei Männer je Streife notwendig sind.“ Umgerechnet bedeute dies bei einem täglichen Streifendienst von acht Stunden pro Nacht übers Jahr Kosten in Höhe von 187 200 Euro, wobei eine Streifenfahrt durchs Gemeindegebiet mindestens drei Stunden in Anspruch nehmen würde.

Als dritten Punkt sprach Ockel von einer Sicherheitswacht. Die könne die Polizei einrichten und aus unbescholtenen Freiwilligen mit einer abgeschlossenen Schul- oder Berufsausbildung im Alter zwischen 18 und 60 Jahren rekrutieren. Jedoch habe der Leiter der Ebersberger Polizeiinspektion, Hendrik Polte, auf Anfrage erklärt, „dass trotz der Vorkommnisse der vergangenen Monate es nicht geplant ist, eine solche Sicherheitswacht einzurichten“.

Man solle das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung ernst nehmen, appellierte Manuela Obert von der SPD. Dennoch stünden die sehr hohen Kosten nicht für regelmäßige Streifendienste. Sie riet zu einem interfraktionellen Arbeitskreis, regte an, eventuell mit Nachbargemeinden zusammen tätig zu werden und auf alle Fälle mit einem Schreiben an den Landtag „die vom Staat sicherzustellende Sicherheit einzufordern“. Andrea Oberhauser-Hainer erklärte für die Grünen-Fraktion, dass man Oberts Vorschläge unterstütze. Paul Hörl (CSU), selbst pensionierter Polizeibeamter, befand, dass „ein Sicherheitsdienst in die falsche Richtung“ gehe. Täter seien so nicht zu erwischen, allenfalls könne das subjektive Sicherheitsgefühl erhöht werden. Klaus Seidinger von den Freien Wählern erinnerte, dass es schon immer Einbruchserien gegeben habe, bevor SPD-Sprecher Thomas Kroll anregte, das Thema vor einer endgültigen Beschlussfassung erst noch einmal intern in den Fraktionen zu beraten. „Mir war wichtig, dass man zu erkennen gibt, dass wir das Thema ernst nehmen“, lautete des Bürgermeisters Resümee nach der knapp einstündigen Diskussion. In einer der nächsten Sitzungen soll das Thema wieder auf die Tagesordnung kommen.

Doch ließ Ockel, der intern gerade über der Haushaltserstellung für das laufende Jahr zusammen mit seinem Kämmerer Robert Ess brütet, auch seine eigene Tendenz erkennen: „Wenn man die Kosten für einen Sicherheitsdienst durchrechnet, kommt man zu Beträgen, die einfach nicht dafür sprechen.“ er

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