Ein strahlendes Silvesterfeuerwerk, wie hier in Ebersberg, wird es heuer nicht geben.
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Ein strahlendes Silvesterfeuerwerk, wie hier in Ebersberg, wird es heuer nicht geben.

Was erlaubt ist und was nicht

Silvester im Lockdown: Kein Böller-Verbot im Kreis Ebersberg - Polizei warnt aber - und kontrolliert intensiv

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Böllern erlaubt, aber nur von daheim aus – die Ausgangssperre soll an Silvester dafür sorgen, dass keine große Partylaune aufkommt. Die Polizei im Landkreis Ebersberg erklärt, was wo erlaubt ist und wie sie in der Neujahrsnacht kontrolliert.

Landkreis – Die Silvesternacht ist traditionell ein Stresstest für die Polizei: Streitereien, Feuerwerk und betrunkene Autofahrer sind das übliche Neujahrsprogramm. Heuer kommen die coronabedingte Ausgangssperre sowie die Kontaktbeschränkungen dazu, Ausnahmen für den Jahreswechsel gibt es nicht. Für die Inspektionen in Ebersberg und Poing bedeutet das: Alle Mann an Deck. Wie viele Streifen zum Jahreswechsel patrouillieren, verraten die Dienststellen schon aus taktischen Gründen nicht. Aber mehr als in anderen Nächten, und auch der Einsatzzug aus Erding wird unterwegs sein. „Wir sind gut aufgestellt“, sagen wortgleich der Poinger Inspektionsleiter Helmut Hintereder und der stellvertretende Polizeichef in Ebersberg, Andreas Petermeier.

Zuhause Böllern ist erlaubt, doch die Polizei rät dringend ab

Das heißt aber nicht, dass die Beamten jeder aufsteigenden Silvesterrakete mit Blaulicht und Rollkommando hinterherjagen werden. „Augenmaß ist gefragt“, sagt Petermeier. Eine Allgemeinverfügung, die im Landkreis Ebersberg das Böllern verbieten würde, gebe es ohnehin nicht, ergänzt sein Poinger Kollege. Anders als beispielsweise im Nachbarlandkreis Erding, wo das private Böllern verboten ist. Wer also noch Restbestände an Feuerwerk im Keller hat, darf dieses abbrennen – sollte sich dabei aber tunlichst daheim auf dem eigenen Balkon oder Grundstück tummeln, um nicht gegen die Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr zu verstoßen.

Zum Grundstück gerechnet werden laut Polizeipräsidium auch der Garten oder Hofeinfahrten. Das Anstoßen mit den Nachbarn ist nicht erlaubt, nur das Zuprosten aus der Ferne. Um die Krankenhäuser nicht zusätzlich zu belasten, raten die Behörden allerdings dringend vom Umgang mit Feuerwerkskörpern ab, da dies an Silvester immer wieder zu schweren Verletzungen führt.

Wer draußen erwischt wird, muss 500 Euro bezahlen

Die Ausgangssperre gibt den Polizisten klare Handhabe, auf ihr wird das Hauptaugenmerk der Kontrolle liegen, heißt es aus beiden Polizeidienststellen. Auch wenn Silvester ist: Wer in der Nacht außerhalb seiner Wohnung angetroffen wird, muss einen triftigen Grund haben, egal, ob er zu Fuß, mit dem Auto oder mit dem Fahrrad unterwegs ist. Andernfalls folgt eine Anzeige, das Bußgeld liegt bei 500 Euro. Gezielt beobachten werden seine Streifen die „üblichen Treffpunkte“, sagt der Poinger Hintereder; also Marktplätze und vergleichbare Areale.

Keine Silvester-Sonderregel bei Kontaktbeschränkungen

Die zweite Komponente der Anti-Corona-Maßnahmen, die in der Silvesternacht eine Rolle spielen dürfte, sind die Kontaktbeschränkungen: Gemeinsam feiern dürfen maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten, Kinder unter 14 Jahren, die Teil dieser Haushalte sind, nicht eingerechnet. „Wir werden keine Grundstücke betreten ohne konkreten Anlass“, kündigt Ebersbergs Polizei-Vize Petermeier an. Gebe es aber einen begründeten Verdacht auf Verstöße, würden die Polizisten vor Ort ein Einschreiten prüfen. „Wichtig ist die Verhältnismäßigkeit“, sagt Petermeier. Und Poings Polizeichef Hintereder betont: „Wir suchen nicht.“ Hinweisen werde aber nachgegangen, sagen die Beamten unisono.

Insgesamt, das äußern beide Polizisten, hielten sich die Bürger an die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. In den vergangenen Wochen habe es nur einzelne Verstöße gegeben. Nur ist halt Silvester keine Nacht wie jede andere. „Wir wissen nicht genau, was auf uns zukommt“, sagt der Ebersberger Petermeier. Die Situation sei auch für die Polizei im Landkreis Ebersberg eine nie dagewesene. Private Feiern, Alkohol, Freudentaumel über ein endlich ausgestandenes Pandemie-Jahr 2020: Sein Kollege Hintereder aus Poing sagt: „Ich befürchte, dass mehr los sein wird als sonst.“

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