Corona-Test bei einem Autofahrer: So verfährt auch die Hausarztpraxis Dr. Maier und Dr. Neef in Vaterstetten. Der Abstrich wird hier auf einem Parkplatz genommen.
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Corona-Test bei einem Autofahrer: So verfährt auch die Hausarztpraxis Dr. Maier und Dr. Neef in Vaterstetten. Der Abstrich wird hier auf einem Parkplatz genommen. (Symbolbild)

Längeres Warten auf Ergebnisse

Corona-Tests im Landkreis Ebersberg: Volle Terminplaner bei Hausärzten

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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„Die rennen einem die Bude ein“, sagt eine Arzthelferin einer Praxis in Vaterstetten. Urlauber und „Freiwillige“ nutzen die Corona-Testoffensive des Freistaats.

Landkreis – Seit 1. Juli können sich alle Bürger im Freistaat kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. „Schneller, kostenlos und für jedermann“ heißt das Konzept der Staatsregierung. Der Freistaat bezahlt, bis auf die Fälle, in denen die Krankenkassen in der Pflicht sind. Verdachtsfälle und Kontaktpersonen haben Priorität, nun kommen immer mehr Urlauber und Interessierte ohne jeden Verdacht dazu. Das berichten einige Hausarztpraxen im Landkreis Ebersberg.

„Die rennen einem die Bude ein“, sagt Christine Schuhmann, Arzthelferin in der Hausarztpraxis Dr. Maier und Dr. Neef in Vaterstetten.

Im Durchschnitt werden 20 Menschen pro Tag abgestrichen

Menschen, die in den Urlaub fahren, Reiserückkehrer, Patienten mit Symptomen und „Freiwillige“: Jeder könne sich in der Vaterstettener Praxis testen lassen, sagt Schuhmann. Im Durchschnitt werden hier 20 Menschen pro Tag abgestrichen. An manchen Tagen auch mehr: „Wenn plötzlich fünf Familien auftauchen, machen wir am Vormittag 20 und am Nachmittag noch einmal 15 Tests“, so die Medizinische Fachangestellte. „Es ist schwierig momentan.“

Die kommenden zwei, drei Wochen sind fast voll.

Sprechstundenhilfe aus Poing

Im Hausärztlichen Zentrum Poing gibt es maximal zehn Abstriche am Tag. Mehr nicht. Für einen Test müssen Interessierte einen Termin machen. „Die kommenden zwei, drei Wochen sind fast voll.“ Das berichtet eine Sprechstundenhilfe.

Die Arzthelferin nennt diese Untersuchungen „Söder-Tests“

Es ist Urlaubszeit. Viele Menschen wollen sich vor der Urlaubsreise testen lassen, andere machen schon vor der Abreise einen Termin für die Zeit der Rückkehr. Unter den Patienten sind auch viele Menschen ohne jeden Corona-Verdacht. Die Arzthelferin nennt diese Untersuchungen „Söder-Tests“. Der Ministerpräsident war mit seiner Testoffensive vor anderen Bundesländer geprescht. Reiserückkehrer schleppen zahlreiche Neuinfektionen mit dem Coronavirus auch nach Bayern und vor allem in den Landkreis Ebersberg ein. Die meisten Neuinfektionen mit dem Coronavirus kommen aus Kroatien. Noch gilt keine Reise-Warnung für den Balkan-Staat. Jetzt droht im Landkreis Ebersberg eine zweite Welle des Coronavirus.

Die Behandlung anderer Patienten sei durch die Corona-Abstriche nicht eingeschränkt, sagt die Poinger Arzthelferin. „Wir haben nicht weniger Termine – aber viel mehr Arbeit.“ Die Praxis müsse aufgeteilt werden, damit die Untersuchten möglichst wenig Kontakt mit anderen Patienten haben.

Besonders kreativ: Menschen werden in ihren Autos getestet

In der Hausarztpraxis in Vaterstetten ist man besonders kreativ: Hier werden die Menschen in ihren Autos getestet. Die Mediziner gehen dazu mit „voller Montur“ und Wattestäbchen auf den Parkplatz vor die Praxis.

Allgemeinmediziner Ulrich Huntgeburth aus Grafing testet rund sechs Menschen pro Tag, den Trend anderer Praxen erkennt der Arzt bei sich nicht. Nur müsse man nun länger auf das Testergebnis warten, sagt Huntgeburth. „Anfangs ist das Ergebnis schon nach 14 Stunden gekommen, jetzt dauert es zwei Tage“, so der Mediziner

Arzthelferin: „Ich habe Angst vor dem Herbst und Winter“

Wie sich die Situation in der Hausarztpraxis weiter entwickelt, weiß Arzthelferin Christine Schuhmacher nicht. Der Blick in die Zukunft macht sie skeptisch: „Ich habe Angst vor dem Herbst und Winter.“ Dann nämlich sind die Praxen voller Patienten mit Erkältungen und Influenza.

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