Das „Wax-Haus“ gehörte einmal einem Schweinehändler.

Sorgenfalten wegen Haydn-Villa und Wax-Anwesen

Markt Schwaben - Halbverfallene, unbewohnte Gebäude tragen nicht gerade zum schönen Ortsbild bei. Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung kamen einige solcher Beispiele zur Sprache.

Seit rund 20 Jahren ist die Villa der Familie Haydn nahe dem Marktplatz unbewohnt. Der Verputz fällt von den Wänden und Fensterscheiben eingeschlagen. Die Marktgemeinde hat aber noch eine zweite, gut sichtbare Bauschande: Das Waxhaus an der Erdinger Straße Ecke Am Fischergries. Dort soll vor vielen Jahren ein Schweinehändler gelebt und auch Tiere im Anbau gehalten haben. Auch dieses wunderschöne Gebäude scheint dem Verfall geweiht, seit Jahrzehnten kümmert sich niemand um die Bauruine.

Unhaltbare Zustände, die nicht nur Markt Schwabens Bürgermeister Bernhard Winter zeitweise zum Verzweifeln bringen. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates informierte er das Gremium auch über denn Sachstand bei geplanten oder bereits in Gange gebrachten Sanierungsmaßnahmen anderer wichtiger Gebäude. „Wir haben in den vergangenen Jahren schon viel erreicht“, meinte Winter und begann aufzuzählen. Der Unterbräu sei erfolgreich saniert worden, der Wasserturm unmittelbar daneben, ebenso die ganz alte Schule an der Erdinger Straße.

„Der Oberbräu am Marktplatz macht gute Fortschritte, die Eröffnung wird noch im Frühjahr sein“, meinte der Bürgermeister. Die Gastwirtschaft im Erdgeschoß werde bayerische Gastronomie mit entsprechender Speisenkarte anbieten, die Vertragsverhandlungen mit einem Wirt kurz vor dem Abschluss. Im ersten Stock vom Oberbräu sind Büros und eine Arztpraxis vorgesehen, im Speicher Wohnungen realisiert. Auch die Sanierungsarbeiten an der berühmten Bonschab-Gruft auf dem Friedhof sollen starten, sobald es das Wetter zulässt.

Im Inneren des denkmalgeschützten Bauwerkes sei Feuchtigkeit eingedrungen, im Mai soll die Sanierung starten.

Große Sorgen machen hingegen die Entwicklung beim „Waxhaus“ und der „Haydn-Villa“. Wie Winter erklärte, gehört das Waxhaus einer Erbengemeinschaft. Es gäbe Bestrebungen, das gesamte Areal zu verkaufen. „Das gestaltet sich schwierig, weil relativ viel Grund dabei ist und die Fassade des Hauses denkmalgeschützt ist“, räumte Bernhard Winter ein. Er werde den Eigentümern in einen Brief die Sachlage erläutern, versprach der Bürgermeister.

Dieter Kämpf (SPD) forderte ein aggressiveres Vorgehen: „Wenn wir den Konflikt scheuen, geben wir diese schönen Gebäude dem Verfall preis“. Von purer Hinhaltetaktik war bei der Haydn-Villa die Rede. „Matthias Haydn hat mir einen Brief geschrieben, in dem ein möglicher Zeitplan bis zum Beginn einer möglichen Sanierung aufgestellt ist“, erklärte Winter und zitierte aus dem Papier. Daten, die vom Gremium nicht so ganz erst genommen wurden. „Diese Bautafel gibt es schon lange und die leeren Versprechungen seit mindesten vier Jahren“, klagte Albert Hones (CSU), „da passiert doch heuer wieder nichts“. Wenn man die im Brief aufgelisteten Zeiten addiere, kommt fast ein Jahr zusammen.

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