Spätzünder: Die Kuh ist vom Eis

Aßling - Der Aßlinger Schulleiter Michael Pollak zeicht sich erleichtert, weil das Kultusministerium eine schon erlassene Order zurücknimmt.

Der Hilferuf des Aßlinger Schulleiters Michael Pollak hatte bayernweit Gehör gefunden. Jetzt hat das Kultusministerium reagiert: Der eingeführte Notendurchschnitt von 2,5 als Zugangsvoraussetzung für den Besuch der Vorbereitungsklassen an Mittelschulen wird zurückgenommen. Zumindest für das nächste Schuljahr. Zwischenzeitlich soll nach einer langfristigen Lösung gesucht werden.

Der Grafinger CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Huber hatte während der Fraktionsklausur in Wildbad Kreuth die Information über den erschwerten Zugang zum „Spätzünder-Projekt“ erhalten, das Schülern die Möglichkeit bietet, nach dem „Quali“ in zwei Jahren zur Mittleren Reife zu gelangen. Huber nahm Kontakt zu Schulleiter Pollak auf und nutzte noch in Kreuth seinen parteiinternen Kontakte, um lautstark seine Bedenken anzumelden.

Am Mittwoch fand dann ein Gespräch im Kultusministerium statt, an dem der Büroleiter von Minister Ludwig Spaenle, der zuständige Abteilungsleiter sowie Huber und Pollak teilnahmen. Dieses Gespräch war von Erfolg gekrönt. Denn jetzt heißt es aus dem Ministerium wörtlich: „Übergangsweise soll für das Aufnahmeverfahren zum Schuljahr 2015/2016 gelten, dass auf begründete Empfehlung der Lehrerkonferenz der Schule mit Zustimmung des Staatlichen Schulamts auch Schülerinnen und Schüler in Vorbereitungsklassen aufgenommen werden, die den Notenschnitt von 2,5 im qualifizierenden Abschluss der Mittelschule nicht erreicht haben.“

Pollak ist voll des Lobes über den Einsatz des Abgeordneten Huber. Gegenüber der EZ sagte der Rektor: „Thomas Huber hat sich wahnsinnig reingehängt.“ Ohne diesen Einsatz hätte man es wohl nicht geschafft, sagt Pollak.

In einem Schreiben an das Kultusministerium hatte Huber vor dem neuen verpflichtenden Notendurchschnitt von 2,5 gewarnt. Durch die Neuregelung werde die bisher gängige Praxis, auch Schüler bis zu einem Quali-Schnitt von 3,00 aufzunehmen und auch Abbrechern aus der Realschule und dem Gymnasium eine Möglichkeit zu geben, völlig entfallen. Unter diesen Voraussetzungen werde das erfolgreiche Modell der Vorbereitungsklassen ad absurdum geführt. Huber in dem Brief: „Aus eigener Erfahrung und aus unzähligen Gesprächen mit Schulleitern von Mittelschulen weiß ich, wie wichtig es ist, auch den sog. Spätzündern ein zusätzliches Angebot an unseren Mittelschulen anzubieten, d.h. auch Kindern, die erst im Laufe der 9. Klasse merken, dass ein mittlerer Bildungsabschluss für einen Ausbildungsplatz notwendig ist. Die Schulleitungen, die ich kenne, haben bislang in einem umfangreichen Zulassungsgespräch die Kinder herausgefiltert, die die nötige Lernbereitschaft aufweisen um in den zwei Jahren die Defizite auszugleichen.“

Schulleiter Michael Pollak reagierte am Freitag hocherfreut auf die Mitteilung des Ministeriums, dass es vorerst bei der alten Regelung ohne Notendurchschnitt bleibe. „Damit können wir den Kindern weiterhin die nötige Zeit zur Entwicklung geben“, sagte er zur EZ. Nunmehr sei klar, dass die Vorbereitungsklassen auch am Standort Aßling eine Zukunft hätten. Schüler und Eltern könnten beruhigt sein.

Michael Acker

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