Schießerei an High School in Los Angeles: 15-Jähriger auf der Flucht

Schießerei an High School in Los Angeles: 15-Jähriger auf der Flucht
„Wenn wir 35 000 plus eine Stimme haben, stellen wir den Landrat“: SPD-Landratskandidat Ernst Böhm am Freitagabend in Ebersberg bei seiner Nominierungsversammlung. Foto: Stefan Rossmann

SPD-Landratskandidat setzt auf Steilpässe statt Blutgrätsche

Ebersberg - „Auf geht’s, pack mer's“, rief der frisch gekürte SPD-Landratskandidat Ernst Böhm (55) seinen Parteifreunden zu. Die hatten ihn mit 87 Stimmen bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung gerade ins Wahl-Rennen geschickt. Auf der Ebersberger Alm gab es stehende Ovationen.

Auf einem Din-A4-Blatt hatte sich der Grafinger Unternehmer Stichpunkte für seine Bewerbungsrede am Freitagabend notiert. Die Darstellung seiner politischen Ziele kombinierte er mit persönlichem Hintergrund. Als Kind aus einer sudetendeutschen Flüchtlingsfamilie wisse er, dass der wahrscheinlichste Weg zum Aufstieg die Bildung sei: „Bub, lern' was, das kann dir keiner nehmen.“ Wichtig ist ihm „bezahlbarer Wohnraum für jeden“. Seine Familie habe zwei Jahre zu siebt in zwei Zimmern gelebt, erzählt er. Als Unternehmer baute er eine Musterstadt auf dem ehemaligen Kasernengelände bei Bad Aibling auf. „Vom Bauen und von Baupreisen verstehe ich wirklich etwas.“ Und damit sieht der Grafinger auch einen guten Zugang zur Sanierung des Kreishaushalts mit seinem Schuldenberg. Denn dahinter steckten vor allem Bauinvestitionen und Bauunterhalt, so Böhm. Er machte auch deutlich, dass es so wie bisher nicht weitergehen könne: „Wenn ein Unternehmer kein Geld mehr hat, dann ist das das Ende.“

Und dann zeigte er den Genossen auf, wie er die Landratswahl gewinnen will, nämlich auf keinen Fall mit einem Frontalangriff. Er wünschte dem erkrankten Landrat Gottlieb Fauth (CSU) ebenso alles Gute wie seinen Parteifreunden und Wählern. „Ich habe nicht vor, jemanden persönlich anzugreifen.“ Er setzt mit einem Beispiel aus der Fußballsprache auf Steilpässe, nicht auf die „Blutgrätsche“. Sein Wahlkampfstil sei „mild im Ton, aber hart in der Sache“. Er will mit Argumenten überzeugen und mit dem, was er bisher geleistet hat. Und er zeigte sich als Team-Spieler. Er rechnete vor, wie er die nötigen Stimmen erhalten will und kalkulierte dabei schon mal eine Stichwahl mit ein. Bis dahin, nämlich bis zum 28. April, seien es noch genau 100 Tage. Der Landkreis habe rund 130 000 Einwohner. 100 000 davon seien wahlberechtigt, 70 Prozent gingen zur Wahl. „Wenn wir 35 000 plus eine Stimme haben, stellen wir den Landrat.“ Die SPD selbst sei im Münchner Umland für 20 Prozent der Stimmen gut. Wenn dann zusätzlich jeder der Teilnehmer an der Nominierungsversammlung („Wir sind hier 200 Leute“) bis zum Stichwahltag einen Landkreisbürger überzeuge, dann müsste es klappen. Böhm gab die Devise aus: „Jeden Tag einer.“ Er räumte aber ein, dass dies nicht ginge, ohne auch CSU-Sympathisanten zu überzeugen. Um die will der Kandidat mit einem Beispiel werben: Je älter ein Apfelbaum werde, desto kleiner würden die Äpfel. Auch einem 70-jährigen Apfelbaum tue es gut, beschnitten zu werden, um wieder gute Äpfel zu tragen.

Zum Schluss machte Böhm noch eines deutlich: Er will ein Landrat für alle sein und er will keine Parteiarbeit „im engeren Sinne“ leisten. Ein Symbol dafür ist sein erster Wahlkampfflyer. Auf dem ist nur auf der Rückseite ganz unten im Eck das Logo der SPD zu sehen.

Die Rede kam an, was sich im deutlichen Wahlergebnis widerspiegelte. Die Genossen zeigten sich hoch motiviert und jubelten ihrem Hoffnungsträger zu. Böhms Reaktion nach dem Nominierungs-Votum: „Ich nehme die Wahl begeistert an.“

Zuversichtlich dann auch die SPD-Spitze wie Glonns Bürgermeister Martin Esterl. „Wir haben den Mann, den der Landkreis braucht, gerade jetzt.“ Böhm sei „gänzliche unabhängig“ und habe „keine typische Partekarriere“ hinter sich. „Er kann es und wir können es mit ihm schaffen. Ernst wird's.“ Und Poings Bürgermeister Albert Hingerl betonte: „Wir brauchen Ernst, und Ernst braucht unsere Unterstützung."

Robert Langer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lehrer nicht für alles zuständig
Um Schule im Allgemeinen ging es hauptsächlich bei der Diskussionsrunde auf dem Podium in der Poinger Realschule. Aber nicht nur.  
Lehrer nicht für alles zuständig
Gemeinsam für eine bessere Zukunft - ohne Plastikheftumschläge
Zuerst werden Hefte damit eingebunden, später landen die Plastikumschläge irgendwann einmal im Müll. Die Aßlinger Schüler sagten sich: Das muss nicht sein.
Gemeinsam für eine bessere Zukunft - ohne Plastikheftumschläge
Landkreis trauert um Krankenhauspfarrer Josef Graml
Josef Graml war Pfarrer aus Berufung. Als Krankenhausseelsorger leistete er vielen Menschen im Landkreis Ebersberg 37 Jahre lang seelischen Beistand. Jetzt ist er tot.
Landkreis trauert um Krankenhauspfarrer Josef Graml
Nistkästen: Im Herbst ist es Zeit für eine Kontrolle
Wie jedes Jahr schwärmen jetzt die Vogel- und Fledermausfreunde aus zur Nistkastenkontrolle. Der Landesbund für Vogelschutz im Landkreis sucht noch Mithelfer.
Nistkästen: Im Herbst ist es Zeit für eine Kontrolle

Kommentare