Ein Herz und eine Seele: SPD-Landtagskandidatin Doris Rauscher und ihr langjähriger Weggefährte Albert Hingerl, Poinger Bürgermeister, beim Austausch von Zärtlichkeiten: Links Bezirkstagskandidatin Bianka Poschenrieder, rechts SPD-Kreisvorsitzender Thomas Vogt. Foto: sro

SPD-Landtagskandidatin Rauscher will sozialeres Bayern

Ebersberg - Die Ebersbergerin Doris Rauscher will für die SPD in den Landtag. Die 45-jährige Stadträtin wurde am Freitagabend mit überwältigendem Ergebnis zur Stimmkreiskandidatin gewählt. Ihr Ziel: ein sozialeres, gerechteres und demokratisches Bayern.

In ihrer Nominierungsrede prangerte Rauscher, die sich im März dieses Jahres vergeblich um den Bürgermeisterposten in der Kreisstadt beworben hatte, vor allem die Sozialpolitik der Landesregierung an. Die Pädagogische Leiterin von 28 Kindertageseinrichtungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sagte unter starkem Beifall der Delegierten, sie verzweifle an der gegenwärtigen bayerischen Politik. Ihr Beruf fülle sie voll aus, doch sei sie nun an einem Punkt angelangt, „an dem es mir noch wichtiger ist, die mangelhaften gesetzlichen Rahmenbedingungen zu ändern".

Vor allem das Thema Betreuung will Rauscher zum Schwerpunkt ihrer Arbeit machen. Ihr gehe es um Betreuung von Menschen jeden Alters, von Menschen mit Behinderung, von kranken und alten Menschen. „Der Wert einer Gesellschaft zeigt sich nirgendwo deutlicher als darin, was ihr die Schwächsten ihrer Mitglieder wert sind“, sagte die Ebersbergerin, die konkret eine Aufwertung des Pflegeberufs sowie bezahlbaren Wohnraum forderte. „Es ist nicht zu tolerieren, dass ein Pfleger, der brutto 1900 Euro verdient, die Ausbildung häufig auch noch selber zahlen muss.“ Und: „Wie sollen sich Menschen in pflegenden Berufen, die sich in Zukunft im Großraum München keine Wohnung mehr leisten können, eben dort Kinder, Senioren und Kranke betreuen?“

Rauscher warf der CSU finanzielle und soziale Unfähigkeit vor. In Bayern sei jeder fünfte Mensch von Altersarmut bedroht. Das mache rasches politisches Handeln erforderlich. Was aber tue die Bundesregierung? Sie streiche „zur Verschönerung des Armutsberichts unangenehme Passagen heraus und hofft, dass es keiner merkt.“

Bayern brauche eine soziale Politik, sagte Rauscher zum Abschluss, eine „soziale Politik, die in der Wirklichkeit verwurzelt ist“. Wörtlich fügte die Kandidatin hinzu: „Ich liebe Bayern - darum möchte ich, dass es sozialer, gerechter und demokratischer wird.“

Michael Acker

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