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SPD: B 15 neu ist nicht vom Tisch

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Landkreis - Für die CSU im Landkreis Ebersberg ist das Thema B 15 durch das Atteltal „ein für allemal beendet“. Der Ebersberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer dagegen ist skeptisch. Letztendlich werde in Berlin entschieden, betonte er gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Die Zuversicht der Christsozialen stützt sich auf ein kürzlich stattgefundenes Gespräch mit der Obersten Baubehörde, zu dem CSU-Mandatsträger nach München gefahren waren. Danach gab es zum vergangenen Wochenende eine Pressemitteilung. Darin war zu lesen: Die Oberste Baubehörde werde dem Bund zum Jahresende einen Planungsvorschlag unterbreiten, „bei dem das ökologisch sehr wertvolle Atteltal im Süden des Landkreises Ebersberg bei der weiteren Planung verschont bleiben wird“ (wir berichteten).

In der jüngsten Kreistagssitzung betonte Landrat Robert Niedergesäß (CSU), der bei dem Gespräch in München dabei war, die Presseerklärung sei mit der Obersten Baubehörde im Innenministerium abgesprochen gewesen. Von einem Umdenken war die Rede (Niedergesäß: „Die Positionen haben sich verändert“) und dass jetzt die Schutzwürdigkeit des Atteltals erkannt worden sei.

„Die Kuh ist noch nicht vom Eis“, so die Reaktion von Schurer, ebenfalls Mitglied im Kreistag. Schließlich habe die bayerische Staatsregierung die Trasse durch das Atteltal nach Berlin zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan gemeldet. „Und das im vollen Bewusstsein, dass es sich um ein FFH-Gebiet handelt“, so der Bundestagsabgeordnete gegenüber der EZ. „Die ökologischen Bedenken waren allen bekannt.“ Sicher, dass die Straße nicht komme, könne man erst sein, wenn die Staatsregierung die Meldung zurücknehme, so der Sozialdemokrat.

Das ist für Schurer jedoch nicht sehr wahrscheinlich, da die Straße gewollt sei. Und wenn es aus bestimmten Gründen, beispielsweise wegen der Verkehrssicherheit, notwendig sei, die Straße durch das Atteltal zu bauen, dann werde das auch so gemacht. Die Aussage der Obersten Baubehörde, die bestehende Trassenführung der B 15 soweit wie möglich mit einzubeziehen, stelle nämlich lediglich eine „Absichtserklärung“ dar und sei bewusst sehr vage formuliert. „Soweit wie möglich kann am Ende heißen, dass das Atteltal doch bebaut werden soll“, so Schurer. Letztendlich werde auch nicht in München, sondern in Berlin entschieden, und zwar von einer neuen Bundesregierung. Deshalb will Schurer das Thema „B 15 neu“ weiter in der Diskussion halten. Um mit den betroffenen Bürgern ins Gespräch zu kommen, lädt er zum B 15-Frühschoppen nach Emmering ins Gasthaus Bichler, Hauptstraße 14, ein. Termin ist der kommenden Sonntag, 4. August, von 10 bis 12 Uhr.

Die CSU im Landkreis verweist weiter auf „ihren Erfolg“. Bürger im Süden des Landkreises bräuchten sich „keine weiteren Sorgen um ihre Heimat zu machen“, hieß es in der Presseerklärung. Im Kreistag räumte jedoch Christa Stewens, Fraktionsvorsitzende der CSU im Landtag, ein: „100 Prozent Sicherheit gibt es nicht.“

Robert Langer

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