Heftige Explosion in Wohnhaus: Foto zeigt Ausmaß der Katastrophe - Mann und Kind weiter verschüttet

Heftige Explosion in Wohnhaus: Foto zeigt Ausmaß der Katastrophe - Mann und Kind weiter verschüttet

SPD: Politik oder Wirtschaft

Ebersberg - Trotz des schlechtesten Landtagswahlergebnisses aller Zeiten für die bayerische SPD kann Bettina Marquis, Gemeinderätin aus Pliening, Positives berichten: "Im Wahlkampf sind wir an den Infoständen weniger beschimpft worden als beim letzten Mal."

Es ist 20.30 Uhram Sonntagabend, etwa 20 Genossen sitzen im Nebenraum des Restaurants "El Macho" in Ebersberg, und das Grüppchen erinnert an eine Geburtstagsfeier, bei welcher der Hauptakteur bereits im Bett liegt und die Gäste kurz vor dem Nachhauseweg sind.

Der Hauptakteur, SPD-Landtagskandidat Ralf Kirchner, ist aber noch gar nicht da. Die Wartenden sitzen an kleinen Tischen, im Hintergrund läuft der Fernseher. Allgemeines Geplaudere, dann brandet Beifall auf: Ralf Kirchner? Nein, es ist Bezirksrätin Ursula Bittner, die den Applaus mit den Worten kommentiert: "Ich wüsste nicht, was es jetzt schon zu klatschen gibt."

Das lockere Geplausche wird fortgesetzt, plötzlich herrscht Totenstille und alle starren gebannt in den Fernseher: Gabriele Pauli spricht. Das will jeder hören, was die ehemalige CSU-Rebellin zu sagen hat. Die Ergebnisse der eigenen Partei werden nicht groß kommentiert. Über den Niedergang der CSU, ja, über den freuen sich alle. Einmalig sei das und "unglaublich, dass wir so etwas in Bayern erleben dürfen", hört man. Einzig Albert Hingerl, Bürgermeister von Poing und Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag, analysiert nüchtern: "Die CSU ist rasiert, aber nicht von uns."

Ralf Kirchner betritt den Raum, zunächst unbemerkt. Sekunden später kurzer Beifall, nach einer Viertelstunde ergreift der SPD-Kandidat das Wort. Er bedankt sich artig bei seinen Helfern, gibt zu, dass das Bayern-Ergebnis nicht gut sei und dass er erst am Dienstag wisse, ob er über die Liste in den Landtag gekommen sei. Schließlich verkündet er sein Wahlergebnis im Landkreis Ebersberg: "Ich habe 9603 Erststimmen erhalten." Aus einer Ecke platzt ein lautes "Bravo!" und das Klatschen einer einzigen Person: Es ist die Noch-Landtagsabgeordnete aus Poing, Bärbel Narnhammer. Manche blicken sie verwundert an wie einen zuvor nicht wahrgenommenen Geburtstagsgast, der plötzlich auf Teufel komm' raus noch Stimmung verbreiten will.

Narnhammer, die bei der Landtagswahl 2003 mehr als 10 000 Stimmen geholt hat, über die Liste ins Parlament kam und jetzt nicht mehr kandidierte, bezeichnet später das Ergebnis von Kirchner als "ein gutes Polster". Das sieht dieser auch so und sagt in einwandfreiem Politikerdeutsch: "Das ist eine Basis, die die Wahrscheinlichkeit möglich macht, in den Landtag einzuziehen."

Am Dienstag wird sich Ralf Kirchners Zukunft entscheiden. Wenn er, der bisherige Büroleiter von Narnhammer, nicht in den Landtag kommt? "Ich habe ein Angebot aus der Wirtschaft. Dann buche ich am Mittwoch den Flug und höre mir das an."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Ich mach dich platt“: Bayern-Fans in S-Bahn attackiert
Meisterfeier mit bösem Ende: Vier Männer, die am Samstag mit der S-Bahn vom Spiel des FC Bayern auf dem Weg nach Ebersberg waren, sind in eine Auseinandersetzung geraten.
„Ich mach dich platt“: Bayern-Fans in S-Bahn attackiert
Hausbesitzer mit dreister Aktion - nun fehlen Stellplätze
Ein Antrag auf Nutzungsänderung eines Gebäudes in der Bahnhofstraße in Vaterstetten (Landkreis Ebersberg) hatte Prüfungen ausgelöst – mit erheblichen Folgen.
Hausbesitzer mit dreister Aktion - nun fehlen Stellplätze
„Der Beste für Ebersberg“
Jetzt ist es offiziell: Die Ebersberger SPD hat Uli Proske zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. Er soll Walter Brilmayer (CSU) beerben.
„Der Beste für Ebersberg“
Grüße aus Istanbul
Bei der Europa-Orient-Rallye hat das Team „Roadrunners“ aus Poing und Umgebung die erste Woche hinter sich. Mit zwei technischen Defekten, ansonsten läuft es super. 
Grüße aus Istanbul

Kommentare