Die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz auf den Baustellen im Blick: Die Gemeinde Glonn übernimmt das Leibild des Landkreises. foto: sro

CSU sperrt sich gegen Bauleitlinien

Glonn - Die Marktgemeinde Glonn geht einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende. Der Gemeinderat hat beschlossen, das „Leitbild für energieeffizientes, wirtschaftliches und nachhaltiges Bauen” des Landkreises zu übernehmen. Sechs CSU-Gemeinderäte stimmten dagegen

In der Sache, die vom Arbeitskreis Energiewende angeregt worden war, waren sich alle Gemeinderäte eigentlich einig - eigentlich. Die Selbstverpflichtung der Gemeinde mit einem solchen Leitbild erschien den CSU-Gemeinderäten allerdings zu eng, sie wollten die Leitlinien lieber als Empfehlung verstanden wissen. Die Sorge, gemeindliche Bauprojekte gegebenenfalls nicht wirtschaftlich umsetzen zu können, äußerte Gemeinderat Josef Oswald (CSU). „Sollte dies der Fall sein, muss das Abweichen von den Leitlinien begründet werden“, erklärte AEG-Vorsitzender und Landkeis-Klimaschutzbeauftragter Hans Gröbmayr den Gemeinderäten. „Eine Empfehlung ist zu weich“, sagte Martin Podehl (SPD/KommA). Eine Gemeinde wie Glonn, die schon viel in Richtung Energiewende unternommen habe, solle Vorbild sein und in der Pflicht stehen, sich an die Leitlinien zu halten. Wichtiger als eine Leitlinie sei ein Plan, wann welche Liegenschaften energetisch saniert oder gebaut werden sollten, regte Peter Gröbmayr (CSU) an.

Bürgermeister Martin Esterl (SPD) nahm den Vorschlag auf und plädierte trotzdem für die Leitlinien, die im Kreistag fraktionsübergreifend beschlossen wurden.

Die Erzeugung von Raumwärme hat einen Anteil von 75 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in privaten Haushalten, so Hans Gröbmayr. Durch Energieeffizienz ergibt sich hier ein Einsparungspotential von 74 Prozent. Ab 2019 müssen alle öffentlichen und ab 2021 alle privaten Häuser nach dem „Niedrigstenergiestandard” gebaut werden. Zur Vermeidung von Wärmeverlusten soll nach den neuen Leitlinien bei Neubauten mindestens die Realisierung des Passivhausstandards angestrebt werden, alle Maßnahmen im Gebäudebestand sollen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) um mindestens 30 Prozent unterschreiten.

Bei der Auswahl von Baustoffen sind nachhaltige, ökologische Produkte zu verwenden, und in der Anlagentechnik sollen grundsätzlich regenerative Energieträger zum Einsatz kommen. Als weiteren Punkt beschloss der Gemeinderat, dass künftige Bebauungspläne mit den Handlungsempfehlungen für die Bauleitplanung überprüft werden. Begründete Abweichung sind auch hier zulässig, Ist die Gemeinde Eigentümerin von Baugrundstücken, dann kann sie künftig, mittels Städtbaulicher Verträge, in die Kaufverträgen auch klimapolitische Zielsetzungen aufnehmen. Diese können von der Verpflichtung des Bauherren Solaranlagen zu installieren bis hin zur Anschlusspflicht an ein gemeindliches Blockheizkraftwerk reichen. Außerdem erhalten Neubürger und künftige Bauherren ab sofort die neuen Leitziele der Marktgemeinde Glonn.

Christine Gerneth

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